
Die "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" - kurz "GSSD" genannt beanspruchte rund 3% (ca. 230.000 Hektar Land) der Fläche der DDR für Ihre Zwecke. Die GSSD verfügte über 777 Liegenschaften (von denen 260 aus eigenen Mitteln errichtet wurden), 5269 Lager und Depots, 47 Flugplätze und 3422 Ausbildungs-und Übungszentren.
Am 09.Juni 1945 wurde auf Grundlage der 1. Belorussische Front die "Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland" (GSBTD) gebildet. Die GSBTD wurde aus Truppenteile und Verbände der 1. und 2. Belorussischen Front, sowie Einheiten der 1. Ukrainischen Front gebildet. Bis 1946 hatte die Verwaltung der GSBTD Ihren Sitz in Potsdam-Babelsberg. Im Jahre 1946 zog man dann nach Wünsdorf um. Bereits in den ersten Nachkriegsjahren wurden die in Deutschland verbliebenen Truppenteile der GSBTD durch den Abzug der 5. Stoßarmee (Olympisches Dorf) und der 47. Armee (Woltersdorf) stark reduziert. Mit Gründung der DDR musste der bisher gültige Status der GSBTD geändert werden. Im Zuge dessen wurde eine neue rechtliche Grundlage geschaffen und mit einem Vertrag über den zeitweiligen Aufenthalt der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" (GSSD) am 12.03.1957 besiegelt. Von nun an war die GSSD keine Besatzungsmacht mehr. Mit Übergabe der Sicherung der Staatsgrenze der DDR an die Grenztruppen der DDR im Jahre 1957 wurde der neue Status der GSSD sichtbar. Im Jahre 1989 wurde die GSSD in die "Westgruppe der Streitkräfte/Западную группу войск" (kurz "WGS") umbenannt. Dem einen oder anderen könnte allerdings die Bezeichnung "Westgruppe der Truppen" (WGT) ein Begriff sein. Wie mir aber jüngst erklärt wurde, beruht dies auf einem Verständigungsfehler. Denn es gab in der DDR nur den Oberkommandierenden der Streitkräfte und nicht den Oberkommandierenden der Truppen. Ob diese Umbennenung der GSSD in die WGS dem Vorbild der Bruderländer folgte ist offen. In den Bruderländern wurden die bestehenden Bezeichnungen nicht geändert. Polen "Nordgruppe", CSSR " Zentralgruppe" und Ungarn "Südgruppe".
Diese zur unverzüglichen Kampfhandlung bereit stehende Armee war mit modernster Waffentechnik ausgestattet und verfügte in allen Gattungen über eine komplette Infrastruktur. Täglich waren ca. 14.000 Mann im Diensthabenen System im Einsatz. Etwa 40.000 Sodaten waren zum Wach-und Tagesdienst eingeteilt.
Nach dem Abzugsvertrag vom 12.10.1990 traten rund 306.515 Soldaten und Offiziere, sowie ca. 208.400 Zivilbeschäftigte zusammen mit ca. 105.000 Stück Kriegsgerät und 2,3 Mill. To Material die Heimreise in eine ungewisse Zukunft an. Es war die größte Truppenverlegung der Nachkriegszeit. Zuletzt war die GSSD/WGS mit 5 Armeen und 1 Luftarmee in der DDR disloziert. Anfänglich (1945) waren es mal 8 Armeen. Dazu gehörten:
1. Gardepanzerarmee (Dresden)
2. Gardepanzerarmee (Fürstenberg)
3. Stoßarmee (Magdeburg)
8. Gardearmee (Nohra)
20. Gardearmee (Eberswalde, verließ als letzte Armee die DDR)
16. Luftarmee (Wünsdorf)
In der Zeitspanne vom Ende des 2. Weltkrieg bis zum Abzug der Truppen hatte die Sowjetunion in Ihrer Besatzungszone und der späteren DDR ca. 10.000.000 Soldaten kommen und gehen lassen. Als letztes verließ die Berlin-Brigade nach einem Festakt am Ehrenmal in Berlin-Treptow im August 1994 Ostdeutschland (zu der übrigens kein einziger Offizier der NVA geladen wurde). Bis zum Jahre 1994 verließen nocheinmal rund 760.000 Militärangehörige die Bruderstaaten des Warschaer Paktes.
7,8 Milliarden DM zahlte Deutschland an die UdSSR, als es um die Frage des "wohin" mit Mensch und Material ging. Mit Sicherheit sind damit noch längst nicht alle Probleme und Nöte befriedigt. Des Weiteren verpflichtete sich Deutschland alle ehem. Liegenschaften (deren Wert 1990 mit ca. 10,5 Milliarden DM pauschal bewertet wurde) kostenlos zu übernehmen und für deren Sanierung zu sorgen, wobei die GSSD aber auch selber Versuche der Rekultivierung unternahm. Zum Glück für "uns" klappte das nicht überall.
звание/Dienstgrad
рядовой / Soldat
ефрейтор / Gefreiter
младший сержант / Untersergeant
сержант / Sergeant
старший сержант / Obersergeant
старшина / Starschina (Hauptfeldwebel)
прапорщик / Fähnrich
младший лейтенант / Unterleutnant
лейтенант / Leutnant
старший лейтенант / Oberleutnant
капитан / Hauptmann
майор / Major
подполковник /Oberstleutnant
полковник / Oberst
генерал-майор / Generalmajor
генерал-лейтенант / Gerneralleutnant
генерал-полковник / Gerneraloberst
генерал-армии / Armeegerneral
маршал / Marschall
главный маршал / Hauptmarschall
Маршал Советского Союза / Marschall der Sowjetunion
Генералйссимус Советского Союза / Generalissimus der Sowjetunion
словарь военных аббревиатур/ Wörterbuch der Militärabkürzungen
ВГК - Верховное Главнокомандование / Kommando des Obersten Befehlshabers
КВФ - командующий войсками фронта / Oberbefehlshaber der Front (OBF)
ГШ - генеральный штаб/главный штаб / Generalstab/Hauptstab
ГКП - главный командный пункт / Hauptgefechtsstand (HGS)
ЗЦКП - запасный центральный командный пункт / zentraler Wechselgefechtsstand (ZWGS)
ЗКП - запасный командный пункт / Wechselgefechtsstand (WGS)
ВКП - выносной командный пункт / vorgeschobener Gefechtsstand (VGS)
ОКП - объединённый командный пункт / vereinigter Gefechtsstand
КП - командный пункт / Gefechtsstand (GS)
ВПУ - выносной пункт управления / vorgeschobene Führungsstelle
ирпу - инженерная рота оборудования пунктов управления / Pionierkompanie zum Ausbau von Führungsstellen (PiKAF)
ГУС - главный узел связи / Hauptnachrichtenzentrale
ВУС - вспомогательный узел связи / Hilfsnachrichtenzentrale
ОУС - опорный узел связи / Stütznachrichtenzentrale (StNZ)
ЗУС - запасный узел связи / Reservenachrichtenzentrale (RNZ)
НУП - необслуживаемый усилйтельный пункт / unbemannter Verstärkerpunkt
КПП - контрольно-пропускной пункт / Kontrolldurchlaßposten (KDP)
(Quellen: Militärwörterbuch, Wörterbuch zur dtsch. Militärgeschichte)
Garnison VogelsangNahe der Ortschaft Vogelsang/Uckermark befand sich mit eine der größten und zugleich wichtigsten Garnisonen der GSSD. NebenbeiOft findet man in ehem. Liegenschaften der GSSD wunderschöne Wandbilder, Mosaike oder Reliefs, Tropo BARS 504Troposphärenfunkstation (BARS) 504, Hajag (Ungarn) Seewerk Falkenhagen/VGS OKIn den Jahren 1939 - 1942 errichtete die Wehrmacht für viele Millionen RM nahe Falkenhagen eine riesige 4 etagige unterirdische N-Stoff (Chlortrifluorid) und Sarin Kampfstofffabrik mit autarker Infrastruktur. Der zügige Vormarsch der Roten Armee verhinderte zum Glück die komplette Fertigstellung dieser Produktionsstätte. |
