Heimatgalerie - Komplexlager 12

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Komplexlager 12

Jede Armee ist nur so gut wie Ihr Nachschub, darum wurden diese Anlagen verteilt auf dem westl. Teil der DDR in entsprechender Form und Nutzbarkeit angelegt. Eins dieser vier UTA (Untertage Anlage) befand/befindet sich in den Thekenbergen bei Halberstadt im Harzvorland. Das Komplexlager 12 (kurz: KL 12). Das KL-12 war die flächenmäßig größte Bunkeranlage in der ehem. DDR.

Umbauter Raum: Bruttofläche 40.000 m², ca. 13 km Stollengänge. Schutzklasse C.

Zur Geschichte

Auf Grund immer massiver werdender Bombenangriffen auf die Städte und Industrieanlagen, begann man in Deutschland zum Ende des 2. Weltkrieges mit der Verlegung der kriegswichtigen Rüstungsbetriebe aus den Städten. In den Thekenbergen ließ das NS Regime die U-Verlagerung (Deckname: Malachit) der Junkers-Werke Dessau von Häftlinge des KZ Buchenwald unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Berg treiben. Dabei verloren rund 7000 Häftlinge ihr Leben. Heute erinnert ein Gedenkstein und ein Museum in Langenstein-Zwieberge an dieses Verbrechen.

Nach 1945 wurde diese Stollenanlage von der Roten Armee beschlagnahmt. Bis 1948 demontierte die Rote Armee alle Technischen Anlagen und bereitete das Stollensystem auf die Sprengung vor. Dazu kam es aber nicht. Bis 1976 blieb es still in den endlosen Stollen bis die NVA sie übernahm und ausbauen wollte. Auf Grund finanzieller-und Planungstechnischer Mängel konnte nur der wichtigste Teil des Stollensystems ausgebaut und für die Hermetisierung und Lagerung umgebaut werden. Die Möglichkeit des kompletten Einfahrens eines Güterzuges sowie etliche Laderampen für mehrere LKW’s waren geschaffen worden. Die vielen Altstollen ließ man sichern, absperren und ungenutzt. Im Jahre 1983 fand die Übergabe des KL-12 (Objekt 16/630) statt. Von nun an beherbergte dieses Komplexlager alles was eine vorrückende Armee des WV im Verteidigungsfall benötigte. Bis 1990 wurden dort Tonnenweise Bekleidung, Waffen, Munition, Dieselreserven und Lebensmittel eingelagert. Nach Leerung der Anlage war sie für den Zivilschutz vorgesehen. Im Jahre 1991 aber übernahm zunächst die Bundeswehr diese Anlage und nutzte sie bis 1995 als Depot. Im Jahre 1991 beschloss die KfW und die ehem. DDR Staatsbank dieses Stollensystem als Lagerplatz für das unbrauchbar gewordene DDR Geld zu nutzen und lagerte in 2 Stollen der Anlage ca. 100 Mrd. Mark in Form von Papiergeld, Sparbüchern und sonstigen Wertpapieren ein. Man hoffte wohl, dass es dort verrottet. Der Gedanke war gut, aber er verfehlte sein Ziel um einiges. Denn erstens verrottete das Geld nicht in dem gewünschten Tempo und zweitens gelang es mehrfach Einbrechern in die Anlage einzudringen und etliche Geldscheine zu entwenden. Darauf hin fing man 2002 an, das Geld abzutransportieren und in einer Müllverbrennungsanlage bei Helmstedt zusammen mit Hausmüll zu verbrennen. Ende Juli war dann der größte Teil der etwa 3000 t abtransportiert und die Anlage wurde wieder versiegelt. Seitdem gab es immer wieder hirnlose Vandalen, die anstatt solche Anlagen zu schützen oder zu dokumentieren, mit Diebstahl und Bränden der Anlage erheblichen Schaden zufügten. Zwischenzeitliche Nutzungsideen privater Investoren verliefen auf Grund der Größe der Anlage im Sande.

Hinzuweisen sei auf eine sehr informative DVD die im Handel erhältlich ist (Malachit /Komplexlager 12: Die geheime Stollenanlage in den Thekenbergen bei Halberstadt /Harz).

Weitere Komplexlager der NVA waren:

  • Komplexlager 2 bei Blankenburg (SK: C, 67 ha), heute noch von der Bundeswehr als Sanitätsdepot genutzt
  • Komplexlager 22 bei Rothenstein (SK: C, 40 ha)
  • Komplexlager 32 bei Lohmen (SK: C, 56 ha)
  • Komplexlager 22a bei Großeutersdorf/Kahla (SK: C)

(Quellen: Programm "Delphin", "Filigran", Internet, DVD-"Malachit/Komplexlager 12")