
Hauptführungsstelle des Nationalen Verteidigungsrat (17/5001)
Ich verzichte an dieser Stelle bewusst auf Hintergründe zur Entstehung, Geschichte und zu Erläuterungen bzgl. der Betriebszeit der 17/5001 (im Volksmund auch gerne Honeckerbunker genannt, obwohl selbiger dort nur 1x für einige Minuten anwesend war, und das am Tag der Inbetriebnahme, 13.12.1983). Erläuterungen und Hintergründe überlasse ich bewusst anderen Leuten, zum einem können die das viel besser erklären als ich und zum anderen gibt es mittlerweile viele gute Literatur zu diesem Schutzbauwerk der Sonderklasse. Mein Beitrag zu diesem Bauwerk soll sich so allgemein halten wie es der Respekt vor dieser Bau- und Ingenieurleistung erlaubt. Eingehen möchte ich u.a. lediglich auf die Ausmaße und die Struktur zu anderen Objekten der 5000er Reihe. Mit meinen Bildern möchte ich einen Einblick in meine Sichtweise geben und mit meinen beschränkten Mitteln zur Aufklärung beitragen und dem Technischen Höchststand Respekt zollen.
Die 17/5001 (offizielle Bauwerksbezeichnung im NVR) war der komplexeste, modernste und (zur damaligen Zeit) sicherste Bunker innerhalb der Warschauer Vertragsstaaten. In enger Zusammenarbeit mit sowj. Spezialisten für Schutzbauwerksprojektierung wurde der Bunker vom Projektierungsbüro Süd (PBS) projektiert und technisch betreut. Bauausführende Firmen kamen aus der DDR. Die speziellen Schutztechnischen Bauteile wurden aus der UdSSR importiert und unter anderen Kostenschlüsseln abgerechnet und bearbeitet. Die einen reden von 250 Mill. Mark der DDR, andere von ca. 144 Mill. Mark wenn es um Kosten dieser Anlage geht. Die Geheimhaltung wurde sowohl während der Bauphase, als auch in der Betriebszeit äußerst streng überwacht und eingehalten. Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Schutzbauwerk liefen unter GKdos (Geheime Kommandosache). Nur sehr wenige wussten um den Standort und/oder deren Funktion. Errichtet wurde das Bauwerk in der Nähe der Ortschaft Prenden, innerhalb einer Kaserne in einer offenen Baugrube von 1978-1983. Termin- und Qualitätsgerechte Fertigstellung, einschließlich der Funktionsbedingten Anlagen war der 30.09.1983.Übergabetag zur Betriebsbereitschaft, 13.12.1983.
Das gesamte Gelände war in 4 Bereiche untergliedert. 1. Unterkunftszone (U-Zone), 2. Stabszone, 3. Technikzone und 4. Parkzone (P-Zone, dem eigentlichen Bunkergelände). Im gesamten Gelände waren zum Schutz mehrere Postentürme und Nahverteidigungen angelegt worden. Die P-Zone wurde darüber hinaus noch von einer HSA (Hochspannungssicherungsanlage) umschlossen. In unmittelbarer Umgebung des Bunkers befanden sich mehrere Erdantennenfelder, sowie 4 Druck- und Gammasensoren die Luftdruck und Seismische Schwingungen registrieren konnten, um das Bauwerk selbständig im Bedarfsfall zuschließen. Außerhalb der P-Zone befand sich der verbunkerte KCB-Beobachtungspunkt (Kern/Chemisch/Biologisch). Er diente zusätzlich zu den Sensoren der Visuellen Kontrolle während eines Kernwaffeneinsatzes auf oder gegen das Kasernengelände/SBW. Der Betriebszustand des Bauwerkes gliederte sich in Betriebsweisen I-III (BW). Wobei BW III den hermetischen Verschluss darstellt.
Vom nahe gelegenen Stabsgebäude aus ging es vom geschützten Keller über einen langen, abgewinkelten Zugangstunnel ins eigentliche Bauwerk. Natürlich gab es auch weitere Zugänge zu Friedenszeiten und einen Montagezugang, sowie 2 weit voneinander liegende Notausgänge. Der innere Montageschacht war durchgängig über alle 3 Ebenen im Bauwerk. Im Bauwerk selbst ging es über 3 Ebenen in die Tiefe. Oberhalb schließt die begehbare Zerschellschicht, die Bunkerdecke und die Erdüberschüttung ab. Die Ausmaße des Bunkers sind enorm. 338 Räume auf einer nutzbaren Fläche von ca.8330 m². Länge: 66 m, Breite: 49 m, Tiefe: 24 m. Besondere Bauliche Besonderheiten, wie die überkragende Decke, die Zerschellschicht (3,20 m) unter der Deckenplatte (2,10 m), der Tiefbrunnen (70 m) und Freischwingende Plattformen und Arbeitscontainer (gegen Erdbeschleunigung, g-Kräfte) sicherten dem Bauwerk die Schutzklasse A (die höchste Schutzklasse, Schutz gg. alle bekannten B und C-Waffen, Flächenbrände, sowie gg. Kernwaffeneinsatzmittel) zu. Die Bodenplatte, Wände und Decken sind aus mehrfach armiertem Spezialbeton gefertigt. Der Bunker ist zusätzlich zum Schutz vor Elektromagnetischen Impulsen (EMP) mit Stahl- und Kupferplatten verkleidet.
Insgesamt hätten im Bauwerk 450 Menschen Platz gefunden. Mit den eingelagerten Verbrauchsmaterialien und den anderen Versorgungsgütern (Wasser, Diesel etc.), wäre eine vollständige Hermetisierung (BW III) für max. 36 Std. möglich gewesen. Sicher hätte man durch Einsparungen oder Abschaltung bestimmter Verbraucher diese Zeit noch verlängern können. Wäre die BW III auf BW II oder I zurückgefahren worden, hätte man von "außen" durch Neuversorgung die geschützte Unterbringung verlängern können. Da alle Informationen ins BW und aus den BW nicht vom BW selbst versendet wurden (Tarnungsverlust), gab es die ca. 10 km entfernte abgesetzte Sendestelle der 17/5001, die 17/5002 (Schutzklasse C) bei Marienwerder. Für den Fall das diese nicht mehr betriebfähig gewesen wäre, gab es bei Altenhof noch eine mobile abgesetzte Sendestelle, die 17/5021.
Lange lag dieses Bauwerk unbeachtet im Märkischen Sand, bis 2008 der Verein BBN e.V. offizielle Führungen möglich machte. Lange vorher fand das Bauwerk schon Eintrag in die Denkmalliste Brandenburgs. Die Unterhaltskosten für Bauwerke dieser Größenordnung sind jedoch so enorm groß, das es Ende 2008 keine andere Lösung gab als den endgültigen Verschluss. Nur so kann dieses einmalige Bauwerk, dieses Denkmal Deutscher Geschichte für die kommenden Generationen erhalten werden.
Unter www.Bunker5001.de kann der neugierige Leser alles über dieses Bauwerk erfahren. Nahe gelegt seien noch die Bücher: "Honeckers geheimer Bunker 5001" von J. Freitag und H. Hensel, "Geheime Bunkeranlagen der DDR" von St. Best, "Programm >>Delphin<<" von P. Bergner
Über den Sinn solcher Anlagen lässt sich sicher streiten. Rein Politisch hätten sie keinen Vorteil gebracht und waren eher sinnlos. Wen oder was wollte man denn nach einem Kernwaffeneinsatz noch regieren? Militärisch hätten solche Anlagen nur für kurze Zeit eine Strategische Rolle gespielt. Nämlich dem "Gegner" zusagen,:"...wir sind noch Handlungsfähig". Somit kann Abschließend den Erbauern und Projektanten eigentlich gedankt werde, das Sie mit "Ihrem" Bauwerk mit dazu beigetrugen das Gleichgewicht und somit den Weltfrieden zuerhalten.
Vor über einem Jahr hatte ich mich entschieden die Arbeit des Vereins "Bunker 5001 e.V." mit meiner Mitgliedschaft zu unterstützen. Dem Verein geht es in erster Linie um die Dokumentation des Bauwerkes "5001".
Wenn Sie mehr über die Vereinarbeit und weitere Projekte wissen möchten oder Interesse an einer Mitgliedschaft haben, lesen Sie bitte hier: Vereinsarbeit