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Projektierungsbeginn für diesen Bautyp war bereits Anfang 1962 für den eigenen Bedarf Ost, erst Ende 1965 wurde dann auch für andere projektiert.

Im Jahre 1967 wurden das PBS (Projektierungsbüro Süd, Dresden) und das ISB (Institut für Spezialbauten, Berlin-Karlshorst) durch das 31. Zentrale Spezialprojektierungsbüro mit den Unterlagen zum Bau dieser Anlagen betraut. Zu prüfen war, inwieweit diese sowjetischen Projektierungen dem DDR-Standard anzugleichen waren. Den Projektanten der DDR-Seite wurden aber keine Original- und schon gar keine vollständigen Unterlagen übergeben. Sie durften weder die Baustelle besichtigen (was durchaus üblich war), noch erhielten sie wichtige Unterlagen, Gutachten oder Voruntersuchungsberichte zum Bauraum. Die wenigen übergebenen Unterlagen enthielten zum größten Teil nur Tarnbezeichnungen. Der zu projektierende Umfang betraf nicht nur die Spezialobjekte, sondern auch alle zusätzlichen Einrichtungen und Bauten, die eine autarke Handlung gewährleisteten (z.B. Medien, Abwasser, Strom, Heizung, Med-Punkt, Heizwerk bis hin zur Objekteinfriedung).

Baubeginn für das Objekt bei Lychen war im 2. Quartal 1967. In diesem ersten Bauabschnitt wurden die Vorbereitungsarbeiten für die zukünftige Baustelle sichergestellt. Zu diesen Vorbereitungsarbeiten gehörten: Baustrom, Bauwasser, Rodungsarbeiten, Energiezuführung, Brunnen, Reservebrunnen, Reinwasserbehälter, Ableitung Regenwasser, Einfriedung (Außenzaun) und Zufahrtsstrasse. Erst ab dem 3. Quartal 1967 wurden erste Gebäude errichtet. Hierzu zählten das Stabsgebäude, das Klubhaus und die Objektstrassen mit Vorplätzen. Beide Lager hatten den Status eines selbstständigen Einrichtung.
Diese Bauausführungen im Objekt Lychen (Waldrodung, Zufahrtsstraßen, Garagen, Unterkünfte, Technikzone und der nichtbetriebsbereite Lagerbunker) wurden überwiegend von Pioniereinheiten (Ingenieurbauregimenter), NVA Betrieben und auch nichtstaatlichen Kleinunternehmen aufgrund eines vorher klar definierten Vertrages über den Zustand der zu übergebenen Einrichtungen ausgeführt und komplett mit finanziellen Mitteln der DDR bezahlt. Insgesamt brauchten die DDR Kräfte bis zum Dez. 1968 ca. 21 Monate, um das Kasernenobjekt und Teile der Lagerbunker zu errichten.

Die kalkulierten Baukosten zur Errichtung des Objekts (ohne Bunker) beliefen sich lt. VEB Projektierungsbau Süd auf 8.991.007,- M. In dieser Kostenaufstellung vom 29.03.1967 waren folgende Komponenten enthalten:

- Hochbau
- Straßen, Plätze und Freiflächengestaltung
- Wasserversorgung
- Entwässerung
- Wärmeversorgung
- Elektroenergieversorgung
- Fernmeldeanlagen
- Wohnungsbau
- Baustellerschließung

Alle speziellen technischen und lagerspezifischen Einbauten im Lagerbunker und an angrenzenden Objekten wurden danach ausschließlich und ohne Mithilfe der DDR in eigener Regie von sowjetischen Spezialkräften bis Januar 1969 ausgeführt. Erst danach war das Gefechtskopflager (Frontlagerkomplex) betriebsbereit. Der Bestand an Gebäuden war bei der Übergabe 1990 ein weitaus größerer als im Dezember 1968. Denn die sowjetischen Truppen hatten viele Gebäude mit eigenen Mitteln erbaut bzw. erweitert.
Die beiden Frontbasen, Lychen und Stolzenhain, wurden fast zeitgleich errichtet und unterschieden sich nur in wenigen Kleinigkeiten.