Heimatgalerie - Garnison Vogelsang / Гарнизона Фогельзанг - Das 25.PK/25. PD

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Garnison Vogelsang / Гарнизона Фогельзанг - Das 25.PK/25. PD

 

Aufstellung und Bedeutung der 25. Panzerdivision (25. Panzerkorps)
(25-я танковый корпус / 25-ю танковую дивизию)

Das am 17. April 1942 im Moskauer Militärbezirk gegründete 25. Panzerkorps (Pk) handelte in den letzten Kriegswochen des Jahres 45 im Bestand der 4. Gardepanzerarmee (gwTA) in der 1. Ukrainischen Front (bis Oktober 1943 Woronescher Front [14]) und erreichte so in den letzten Aprilwochen 1945 den Raum um Cottbus, mit dem Ziel, die deutsche 9. Armee zu zerschlagen. Die 4. gwTA kämpfte bis Kriegsende rund um Prag und Pilsen ("Prager Operation"). Einer der Befehle lautete die „Zerschlagung der Wlassowarmee“. [5], [6]

Nach Kriegsende war die 4. gwTA zunächst in die „Zentralgruppe der Streitkräfte" (ZGS) eingebunden, welche nach Kriegsende auch die Gebiete Österreich und Ungarn einschloss. Das 25. PK wurde im Juni 1945 nach Szombathely/Ungarn verlegt und blieb Teil der 1. ZGS [9]. Eine "Südgruppe der Streitkräfte" (SGS) war zu dieser Zeit noch nicht existent.
Im Jahre 1946 oder 1947 (unübersichtliche Quellenlage!) wurde das 25. PK mit dem Armeestab der 4. gwTA aus der ZGS ausgegliedert und als Teil der „Gruppe der Sowjetischen Besatzungsstreitkräfte in Deutschland (GSBSTD) dort unterstellt. Zunächst erfolgte eine Verlegung in den Raum Oranienburg/Sachsenhausen. Die Bezeichnung "Panzerkorps" änderte sich schon am 10.06.1945 in "Panzerdivision" [7]. Als Grund für die Umbenennung sei der Wechsel zu Mechanisierten Einheiten und TT genannt. Am 29. April 1957 erfolgte die Umbenennung der 4. gwTA in 20. Gardearmee (GA).

Glaubt man den verfügbaren Notizen und Dokumenten der gegnerischen Dienste und ehemaligen Waffenbrüdern, erfolgte die Verlegung von Truppenteilen der 25. PD aus Oranienburg/Weiße Stadt/Areal KZ Sachsenhausen in die ersten Gebäude der neu entstandenen Garnison zum Ende des Jahres 1955. Daher wäre anzunehmen, dass die Projektierung und der Bau mit der Vorgaben eines Divisionsstandortes erfolgten.
Seit dem 12. Februar 1958 trugen die Panzerregimenter der 25. PD den Titel „schwere Panzerdivision (sPD)“. Die Bezeichnung "schwer" bezog sich auf die im Verband eingesetzten „Josef Stalin Panzer (JS-3 und JS-4)“. Mit Einführung leistungsfähiger, weitreichender und durchschlagskräftiger Panzerabwehrmittel wurden die schweren Kampfpanzer JS-3 und JS-4 für das moderne Gefechtsfeld jedoch als ungeeignet und unflexibel eingestuft. Sie waren schlicht weg zu schwer, zu langsam und ihre Schlagkraft nicht mehr Zielführend und somit in ihrer Eigenschaft obsolet, weil somit für gegnerische Panzerabwehrmittel ein leichtes Ziel. Aus diesem Grund und durch weitere Umstrukturierung führte die Division bzw. deren Panzerregimenter seit November 1967 wieder die alte Bezeichnung, “PD“. Die Bezeichnung "schwere Panzerdivision" ist im Sinne der Bezeichnung irreführend. Denn allenfalls waren die Panzerregimenter in ihrer Eigenschaft als "schwer" zu bezeichnen. Alle weiteren Verbände, Waffengattungen und Truppenteile blieben in ihrer Eigenschaft bestehen. Eine PD umfasst wesentlich mehr Waffengattungen und Truppenteile als nur die Panzerregimenter (3 PR je PD). So ist zum Beispiel schwer vorstellbar das die Feldbäckerei oder das MSB als "schwer" auf Grund ihrer Mittel bezeichnet werden kann.

Am 22. Februar 1968 wurde der 25. Panzerdivision der Titel „Rotbanner“ verliehen. Am 01. Dezember 1983, besuchte der Oberkommandierende der Streitkräfte der GSSD, Armeegeneral Michail M. Seitzew, die 25. PD, um ihnen den Titel "Beste Panzerdivision" zu verleihen. [3]

Die 25. PD verblieb, bis zu ihrem Abzug aus der DDR, im Sommer 1989, in der Struktur der 20. Gardearmee mit Stabsitz in Eberswalde und führte u.a. das 162. Panzerregiment (PR) Vogelsang und das 175. PR und 335. GardePR Prenzlau in seinem Bestand. Der anfängliche Bestand von 4 PR je Panzerdivision wurde Mitte der 1950er Jahre auf 3 Regimenter gekürzt. Das 111. sPR wurde aufgelöst.
Alle 3 Regimenter waren, was deren Struktur betrug, gleich. In diesem Verbund hätte die 25. PDim Ernstfall mit ihren selbständigen Einheiten und Truppenteilen als eine von 5 Großverbänden in der 2. Staffel der Armee, als Reserve der Front oder als Operative Manövergruppe der Front (OMG F) gehandelt und in Abhängigkeit der Befehlslage den 2. Frontverteidigungsstreifen besetzt oder die Aufspaltung gegnerischer Verbände vollzogen. Zur Mitte des Jahres 1989 hatte die 25. PD mehr Panzer (328 Pz) im Bestand als andere PD mit vergleichbarer Struktur. Die 20. GA blieb bis zum 07. Mai 1992 im Bestand der Westgruppe der Streitkräfte.
Die 25. PD wechselte in den Jahren 1946/47 - 1989 mehrfach ihr Unterstellungsverhältnis. So sind lt. Quellenlage Unterstellungsverhältnisse zwischen der 2. Gardepanzerarmee Fürstenberg und der 20. Gardearmee Eberswalde aufgeführt. Im „Feindkräftehandbuch“ des BND und in den Notizen der CIA wurde die 25. PD im Jahre 1970 unter der 3. Stoßarmee (SA) Magdeburg geführt. [13] Diese Information ist durch russische Quellen nicht belegt. Mir liegt nur ein Hinweis aus US-amerikanische Quellen vor der diese Unterstellung zeigt. [1]

Die im Jahre 1985 aus dem Ergebnis der geänderten Militärdoktrinären Ausrichtung der Handlungsoptionen der Warschauer Vertragsstaaten und der beschlossenen Schritte im Rahmen des INF (Intermediate Range Nuclear Forces) Vertrages erfolgten Umstrukturierungen, betrafen die in Vogelsang stationierte taktische Raketenabteilung insoweit, als das diese von nun an in den neu geschaffenen "gemischten" Raketenbrigaden hätte handeln sollen.
Die Befehlsstruktur wurde neu organisiert und auf die Armeeebene konzentriert. Die Raketenbrigaden der Armeen und die Raketenabteilungen der Divisionen wurden zusammengeführt und "gemischte" Raketenbrigaden gebildet. Im Rahmen der neu geschaffenen „gemischten“ Raketenbrigaden, war es den RBr von nun an möglich auch nuklear, auf Beschluss der Frontbefehlshaber, handeln zu können. Ob diese Befehlskette auch im Ernstfall bestand gehabt hätte, wenn Divisionskommandeure am Standort unter Druck geraten wären, bleibt und blieb zum Glück offen. [1]

Es befanden sich auf dem gesamten Gelände: Kino / Klub (jeder Truppenteil [TT] hatte seinen eigenen Klub, beim sst. TT der BRTB war es der "Клуб части"), Sporthallen, Saunen, Schule (N° 33), Bäckerei, Wäscherei, Läden (Magazin), Büro der Militärabwehr, Lehreinrichtungen, Rep.- und Wartungswerkstätten, Sportplätze, Heizwerke (8), Klärwerk, Wasserwerk, Krankenhaus, Unterkünfte und die Stäbe der TT, Regimenter und der Division.
Um den enormen Versorgungsbedarf der Garnison mit Lebensmitteln, Waren des täglichen Bedarfs sowie Brennstoffen, Tank -und Schmierstoffen sicherzustellen, führte vom Bahnhof Vogelsang ein Anschlussgleis zu einem Lagerzentrum mit Kühlhaus, Lagerhäusern, Kopframpe und Tanklager. Mit seinen 7 Nebengleisen und dem Hauptgleis diente der Bahnhof Vogelsang sowohl als Startpunkt für Truppen- und Materialtransporte, als auch als Rangierbahnhof für Versorgungsgüter der umliegenden Standorte. Dort wurden beispielsweise die Kesselzüge für die 2 Tanklager bei Kurtschlag (u.a. FP Groß Dölln) rangiert und auf einem Extragleis (welches ab 1953 in Richtung Flugplatz verlegt wurde) in diese Richtung gefahren. Dieser Gleisabzweig ab Bhf. Vogelsang ist seit 2010 zurückgebaut. Nur vereinzelt findet man noch parallel zur L215 Gleisanlagen in Richtung Kurtschlag. Das Tanklager in Vogelsang deckte in der Regel den Wochenbedarf der Garnison ab. Der Treibstoff kam in den meisten Fällen per Bahn aus Wismar. Bei auftretenden Engpässen wurden auch Reserven aus Eberswalde oder Groß Dölln angefordert. Innerhalb der Garnison wurde der Treibstoff an die Bedarfsplätze per Tanklastzug befördert. Es gab keine Versorgungs- oder Tankleitungen innerhalb der Garnison. [2]

Das zur Division gehörende Munitionslager (MS Nr. 39), im Vorfeld der Schleuse Kannenburg (ca. 24.000 m² bebaute Fläche), wurde Ende der 1970er Jahre errichtet und versperrte seit dieser Zeit den Weg in Richtung Kannenburger Schleuse. Das ML stellte die (nächsten) Kampfsätze der ersten Tage der Division, in den Hallen in Kisten gestapelt und bereits verlastet (auf achsentlasteten LKW), sicher. Den 1. Kampfsatz (KS) führte die aufmunitionierte Kettentechnik bereits mit sich.

Durchschnittlich lebten ca. 10.000 - 12.000 Menschen in der gesamten Garnison Vogelsang, welche damit nach Wünsdorf und Jüterbog die drittgrößte darstellte. Allerdings schwanken diese Zahlen besonders nach dem Jahre 1989 mit Abzug der 25. PD. Somit sind die erwähnten Zahlen oder auch die gern gewählten 15.000 nicht belastbar und sehr vage. Wenn, dann könnten mit viel Fleißarbeit nur Zahlen oder Werte für bestimmte Zeiträume und auch nur für die Militärangehörigen der Division halbwegs verlässlich angeführt werden.

Für Ende der 80ziger Jahre (in etwa zwischen 1987-1988) betrug die Sollstärke am Standort Vogelsang circa 6.000 Militärangehörige. Diese Zahl ist allerdings nur ein theoretischer Wert, hochgerechnet in Anlehnung an die Rechercheergebnisse der Nachrichtendienste der U.S. Army, (Field Manual - FM 100-2-3, THE SOVIET ARMY: Troops, Organization and Equipment) mit Bezug auf die in den Strukturen einer Panzerdivision (Tank Division) geführten Truppenteile, sofern diese am Standort Vogelsang auch vorhanden waren. Darin nicht enthalten ist die Mannschaft der Stütznachrichtenzentrale (weil diese nicht im Verband der Division geführt wurde) und Truppenteile und Einheiten aus anderen Standorten die den Truppenübungsplatz nutzten. [8]
Bleibt zu hoffen, dass in diesen "Field Manuals" die aufgelistete Analytik über das Kräfteverhältnis in seiner Ausfertigung neutral und bestimmend war, und die Schlußfolgerungen nicht wie in den "Soviet Military Power" Reporten der DIA (Defense Intelligence Agency) eine Öffentlichkeitsarbeit darstellt, die dazu diehnte überhöhte Militärausgaben im Rüstungsetat des US Haushalts gegenüber unentschlossenen Abgeordneten zu rechtfertigen. [15]

Field Manual - FM 100-2-3, THE SOVIET ARMY: Troops, Organization and Equipment (June 1991)

Field Manual - FM 100-2-3, THE SOVIET ARMY: Troops, Organization and Equipment (16 July 1984)
Quellen: [1] P. Rentsch, Zeitzeugen (Revier-Förster, Beteiligte, ehem. Gediente), [2] Bundesarchiv, [3] BStU Archiv, MfS BV Neubrandenburg, [4] MfS HA I Nr. 234, MfS HA I Nr. 16271, MfS HA II Nr. 30189 / 30190 / 22588, [5] http://rkkawwii.ru/division/25tkf1, [6] http://tankfront.ru/ussr/tk/tk25.html, [7] http://www.gsvg33.narod.ru/25_division.html, [8] FM 100-2-3 "The Soviet Army Troops, Organization and Equipment", [9] M. Holm - http://www.ww2.dk/new/newindex.htm, [10] BVfS Potsdam Allg. S. 113/77, [11] https://www.cia.gov/library/readingroom/home, [12] http://www.stiftung-bg.de/gums/de/, [13] Document Number (FOIA) /ESDN (CREST): 5166d4f999326091c6a60862, [14] Sowjetische Militärenzyklopädie-Bd 1, [15] Eichner/Dobbert - "Headquarters Germany" Seite 85