Heimatgalerie - Projektierung und Bau von Militärstädten der CA - Grundsätze Muni-Lagerung

Heimatgalerie

Dokumentationen zur Zeitgeschichte - damit die Wahrheit erhalten bleibt
Home GSSD/WGS Projektierung Militärstädte Projektierung und Bau von Militärstädten der CA - Grundsätze Muni-Lagerung

Projektierung und Bau von Militärstädten der CA - Grundsätze Muni-Lagerung

Grundsätze der Organisation der Munitionslagerung (Stand 1973)

Die Lagerungsphase ist für Munition von großer Bedeutung. In Friedenszeiten kann sie so 70 bis 90% des Munitionslebenszyklus überhaupt ausmachen.

Die Organisation in einem Munitionslager umfasst die folgenden Hauptaktivitäten:

  • Ermittlung und Bereitstellung der erforderlichen Lagerbedingungen

  • Munitionstransport- und Lagerung, Vorbereitung der Ausgabe oder Neueinlagerung nach Zuführung

  • die Erhaltung und rechtzeitige Wiederherstellung der Kampfeigenschaften von Munition


Um nahezu optimale Lagerbedingungen zu gewährleisten, ist die Einhaltung folgender Lagerregime erforderlich:

  • konstante relative Luftfeuchtigkeit im Bereich unter 70 ... 60%

  • konstante positive Temperatur größer + 4° С

  • der Ausschluss schädlicher Stäube und Sande in der Umgebungsluft

  • Dichtheit der Räumlichkeiten und Verschlusslösungen

  • Verhinderung der dauerhaften direkten Sonneneinstrahlung

  • keine Nagetiere in den Lagerhäusern, ausschließen von Schimmelbildung durch dauernde Feuchte


Unter realen Bedingungen bedarf es großer Anstrengungen die oben genannten Regime allumfassend bereitzustellen. Der größte Teil der Munition wurde mancherorts situationsbedingt in ungeheizten Hallen oder befristet in offenen Bereichen gelagert. Um die Eignung der eingelagerten Munition für einen möglichen Verschuss sicherzustellen, sind daher regelmäßige Aktivitäten und Kontrollen zu planen und durchzuführen (Erhaltung, technische Inspektionen usw.). Wichtige Umfeldbedingungen haben erheblichen Einfluss auf die Langzeitlagerung von Munition, weil die erreichbaren Durchlaufzeiten im Lager (von der Findung der auszugebenden Sorten bis zum Abtransport der bereitgestellten Mengen, in ausreichender Qualität, mit dem angeforderten Transportmittel und in der vereinbarten Zeit, zum vorgegebenen Ort) abhängig sind von den Lagerbedingungen und der Organisation selbst. Beispielsweise verdoppelt die Verwendung von Ölfarben, die Diagnose- und Reparaturzeit und den Inspektionsaufwand an Munition, im Vergleich zur Verwendung von synthetischen Farben. Die Passivierung von Messinghülsen gegen Umwelteinflüsse, verlängert die Überholungszeit um das 2-3-fache. Die vollständige Versiegelung der Munition verlängert aber den „Lebenserhaltungszyklus“ um das 2–3-fache im Vergleich zu dem Fall, in dem kein Schutz vorhanden ist.

Eine hohe Einsatzbereitschaft zum Empfang und zur Ausgabe von Munition wird erreicht durch:

  • Lagerung von Munition und ihren Elementen nur in reiner Liefercharge

  • rationelle Verteilung von stationärer Munition (in Stapeln gemäß Nomenklaturen, Bezeichnung, Empfänger) und auf mobilen Fahrzeugen

  • Mechanisierung der Transporte, Stapel- und Ausgabeprozesse

  • Vorhandensein und Instandhaltung von Zufahrtsstraßen

  • klare qualitative und quantitative Nachweisführung der Bestände


Eine zuverlässige Sicherheit der Kampfeigenschaften von Munition wird erreicht durch:

  • Schutz der Munition vor den Auswirkungen von Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung

  • streng reguliertes Verfahren für technische Inspektionen, Kontrollen und Tests

  • angemessenes System zur Belüftung und Wärmehaltung in den Lagergebäuden

  • Durchführung verschiedener Arten der Munitionswartung während der Lagerung


Hohe Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig:

  • Einhaltung der Regeln für die gemeinsame Lagerung, in Abhängigkeit von Explosionsgefahr, Brandgefahr, Blitzschutz

  • Einhaltung der Normen für Stapelhöhe, Stapelbreite und Lagermenge am konkreten Lagerstapel in der Halle oder im Lagerbunker

  • Platzierung von Lagergut im sicheren Abstand zueinander und von anderen Gegenständen, unter Berücksichtigung der Lagermenge und Gefährdungsstufe

  • Verhinderung der gemeinsamen Lagerung von nutzbarer und unbrauchbarer Munition

  • die Beachtung der Besonderheiten bei der Lagerung von Spezialmunition und Munition des RWD

  • Einhaltung der allgemeinen Sicherheitsvorschriften beim Arbeiten an Munition


Zuverlässiger Schutz und Möglichkeiten der Verteidigung der Anlagen und Objekte wird sichergestellt durch:

  • Zäune, Wachen, Beobachtungspunkte, Hundelaufanlagen, technische Sicherheitssysteme

  • Brandschutzstreifen (Sichtfeld der Beobachtung), Kontrollwege und Kontrollstreifen (unbefugte Begehung geebneter Wege, Ausleuchtung bei Dämmerung)

  • Umwallung von Gebäuden/Hallen oder deren Übererdung/Umwallung zum Schutz vor Waffeneinwirkung, wie Druckwelle oder Splitterwirkung beim Einsatz von Massenvernichtungswaffen, chemischen Kampfstoffen oder biologischen Kampfmitteln


Geheimhaltung und Tarnung der Objekte und Anlagen:

  • Zutritt nur für ausgewähltes Personal

  • Versuch der gedeckten Platzierung der Anlagen, unter verschiedenen Bedingungen (TR und OTR und Munition) und Tarnung vor optischer Aufklärungsmöglichkeit durch Satellitentechnik


Die Munitionslagerung in Arsenalen (Basen) ist, auf „gängige“ Munitionsarten bezogen, als Komplettpaket organisiert. Die Konfiguration der Objekte bestimmte den Grad der Bereithaltung zur Ausgabe der Kampfsätze.
Die Verantwortlichkeiten für die Vollständigkeit und ordnungsgemäße Realisierung aller Lagerprozesse in der Basis oder im Arsenal teilen sich unter dem Leiter und dessen Stellvertreter für Lagerung- und Lagersicherstellung und der Leiter Nachweis- und Betriebsabteilung auf.
Bei Zuführung einzelner Munitionschargen sollte deren Lagerung und Nachweis, im Bestand der gleichen Charge und voll umfänglich, im gleichen Lagergebäude erfolgen und dann lagertechnisch erhalten bleiben. Damit ist gewährleistet, dass keine unterschiedlichen Chargen an Lagergut (Herstellungsjahr, Lagerinhalt, Verpackungsgrößen) an die kämpfende Truppe ausgegeben wird. Die Vollständigkeit der Lagerung in der gleichen empfangenen Charge, muss für jedes Lagergebäude beachtet werden. (Damit sollte ausgeschlossen werden, dass defekte Munition oder zeitlich später gesperrte Bestände an die Truppe ausgegeben werden, um Schäden an der Kampftechnik zu vermeiden). Eine Ausnahme erfolgt, wenn Chargen, die zur Reparatur bestimmt sind von anderen Bestandteilen der Charge, die nicht von der Reparatur betroffen sind, in einem anderen Lagerhaus gelagert werden. Hier ist aber sicherzustellen, dass die beiden Bestandteile eindeutig als eine Charge identifiziert werden können, um diese wieder als eine Gesamttranche zusammenzuführen. Die Festlegung welche Lagerbunker diese Sichtinspektionen und Munitionsreparaturen aufnehmen, erfolgt durch den Leiter der Basis unter Berücksichtigung der gleichmäßigen Auslastung der Lagerbunker, Lagerhallen, Ablageplätze, bei gleichzeitiger Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.

Die Anzahl der Lagerobjekte in der Basis oder im ML und die örtlichen- und personellen Strukturen werden durch den Lagerumfang und die Art der zu lagernden Munition bestimmt. Einzelne gleichartige oder unterschiedliche Teilbereiche, sind in den ML oder den ML Basen auch einzeln auszuweisen und baulich, organisatorisch und sicherungstechnisch zu trennen. Alle Lagerabteilungen haben sich auch im Bereich der technischen Zone zu befinden. Eine Lagerung von Munition außerhalb der technischen Lagerzonen ist bis auf die Handmunition der Bewachungskräfte verboten. Bei Zuführung von Munition, wie auch bei Abgabe zum Gebrauch, sind die einzelnen Lagerbereiche durch den zuständigen Kommandeur genau zu benennen.
Der Stellvertreter des Leiters der Lagerabteilung (Offiziersplanstelle) kann u.U. auch von zivilen Kräften gestellt werden. Diese bestehen in den Planstellen aus einem Ingenieur der Lagerabteilung, einem Techniker der Lagerabteilung, Produktions- und Hilfsarbeitern, sowie Lagerverwaltern. Die Anzahl der Mitarbeiter in der Lagerabteilung richtet sich nach der Anzahl (Massen) der auszugegebenen und/oder zu wälzenden Munitionsmengen. Bei Begehungen von einzelnen Teilbereichen der Munitionslager, einzelnen Munitionshäusern oder Munitionshäusergruppen, muss der für diesen Teilbereich zuständige Verantwortliche anwesend sein, um seinen Bereich vorzustellen und Munitionsverlusten, durch welche Art auch immer, vorzubeugen.
Entsprechend der Befehlskette in ML oder Basen sollten die einzelnen Munitionshallen, Munitionshäuser, Munitionsbunker oder Teilbereiche von diesen, geplant begangen und inspiziert werden.

Turnusbegehungen:

  • Verantwortlicher für ein oder mehrere Lagerhallen, Bunker, Teilabschnitte - alle 2 Tage

  • Verantwortlicher für ganze Lagerabschnitte – mind. 1x pro Woche

  • zuständiger Ingenieur der Lagerabteilung – mind. 1x im Monat

  • Stellvertreter für Lagerung im ML oder der Basis – mind. 1x im Quartal

  • Chef des ML, Chef der Basis oder Chef der Verwaltung für Lagerfragen – mind. 1x im halben Jahr


Lagerung und Lagerbedingungen für die Lagerung von Munition der Artillerie

Munition wird meist, wenn keine besonderen Ansprüche an die Munitionsfüllungen bestehen, in ungeheizten Lagerräumen, Lagerhallen oder Lagerbunkern gelagert.

Zur Anwendung kommen:

  • überirdische Lagerhallen, Lagerbauten und Lagerbunker, bei denen die Grundplatte der Bauten ebenerdig ist

  • Lagerhallen, Lagerbauten und Lagerbunker die halbversenkt im Boden stehen, durch entsprechend abgesenkter Zu- und Auffahrten erreichbar sind und entweder umwallt oder erdüberdeckt sind

  • Lagerhallen, Lagerbauten und Lagerbunker die vollständig erdüberdeckt oder vollständig unterirdisch errichtet worden sind

Die Bodenplatten

Bodenplatten werden nach Standardausführungen gegossen oder zementiert und zeichnen sich durch hohe Lastaufnahmemöglichkeiten pro m² aus. Die Größe der Umbauung der Lager kann verschiedene Anzahlen von Fahrzeugen, bis zu 50 Stück in einer Halle, oder einem erdüberdeckten Lagerbau betragen. Die Anzahl unterzustellender Fahrzeuge im zu errichtenden Lagerbau muss den Projektanten bekannt sein, weil die geforderten Sicherheitsabstände der Fahrzeuge zueinander, in Reihe stehend, zu den Rückwänden, zu den Seitenwänden und zur Dachkonstruktion betreffend eingehalten werden müssen. Spezielle Bodenbeläge bei Hallen mit Langzeitlagerfunktion und bereits verlasteten Munitionsvorräten, können die Wärmeisolation nach unten verbessern, die Griffigkeit des Bodens wird verbessert, wenn die Bodenflächen gestrichen und angesandet werden. Ebenerdige Hallenanlagen sind kostengünstig als überdeckte, halbüberdeckte oder umwallte Anlagenkomplexe, erlauben einen guten Ansatz der Logistik, wie auch der einfachen Transportbewegung. In Bezug auf die Sicherheit sind diese Hallen aber allen anderen Lagerlösungen erheblich unterlegen, auch im Brandfall, bei Waffenwirkung, Blitzeinschlag oder Elementarereignissen. Unterirdische, wie auch erdüberdeckte Anlagenkomplexe können die Sicherheitsabstände durch den Versatz der Bauwerke, auch in Bezug auf die Sicherheitsabstände der Bauwerke untereinander, durch ihre Bauart, massiv verringern helfen. Rein unterirdische Lagerbauten haben als Hauptnachteil die hohen Baukosten, die 6-8 Mal höher liegen als bei ebenerdigen Anlagen und sie erfordern auch eine spezielle Lagertransportlogistik mit Aufzügen oder flachen Rampen zum Bodenniveau. Halbunterirdische Lagereinrichtungen nehmen aufgrund ihrer Eigenschaften eine Zwischenposition zwischen ebenerdigen Lageranlagen und reinen Untergrundkomplexen ein. In jüngster Zeit haben sich Bogensegmentanlagen aus Betonfertigteilen oder Betonblöcken stark verbreitet.

Lagereinrichtungen können mit Hebezeugen, Belüftung, explosionsgeschützter Beleuchtung und manchmal auch mit Schienen im Innenbereich, ausgestattet werden. Lagereinrichtungen müssen ständig in gutem Zustand gehalten und rechtzeitig gewartet und überholt werden. Munitionslager sind mit Doppelflügeltüren mit zuverlässigen, manipulationsgeschützten Schlössern auszustatten.

Um die Lagerobjekte herum sind Laufzonen, Kanalisationsanlagen- und Drainagen für die Wasserableitung bei Regen oder hohem Grundwasserspiegel zu errichten. Jeder Eingang zum Lager sollte gedeckte Bereiche mit Hängen oder Wallartigen Anschüttungen haben. Um jedes Lagerhaus herum sollte Gras in einem Abstand von 1-1,5m von den Wänden und in einem Abstand von 20 cm Heidekraut, abgefallenen Blätter, Nadeln und Äste entfernt werden. Bäume werden bis zu einer Höhe von mindestens 2m von Ästen befreit. Der Sicherheitsstreifen zu anderen sicherheitsrelevanten Anlagen beträgt bis zu 50m. Erhalten Lagerhallen und Lagerhäusern Fenster für Tageslicht, müssen diese vergittert sein. Die Glasscheiben müssen aber gegen Einsicht mit weißer Farbe oder Kreidelösung gestrichen sein. Alle Türen müssen ein zweites Metallgitter zum Verschluss haben, Luken sind von innen zu sichern. Ist in den Lagerbauten eine Selbstbelüftung durch Wärmekonvektion vorhanden, müssen Lüftungslöcher und Lüftungsluken im Boden ebenfalls innen gesichert sein. Eine Lagerhalle für 50 Fahrzeuge mit Munition sind Lüftungsluken von 8-10m² in der Gesamtfläche ausreichend.
Alle Lager müssen umwallt sein, Zuwegungen müssen vorhanden sein und gemäß den speziellen Anforderungen mit spezialisierter Feuerlösch-, Kommunikations-, Signaltechnik ausgestattet zu sein. Blitzschutzanlagen haben in einem genormten Abstand zwischen den Hallen und Bunkern, wie auch an den Ladezonen, Ent- und Beladepunkten vorhanden zu sein und verfügen über eine Dreipunkterdung und einen Warnhinweis für die Gefahren für Personen bei Überspannung durch Schrittbewegungen bei Annäherung unter 3m, bei Gewitter lastigen Wetter. 

Raketen und Munition sollten gemäß Nomenklatur und Baugruppenzugehörigkeit in Stapeln aufgestellt werden. Im Lager einer Militäreinheit darf zum Zwecke der sofortigen Ausgabe, ein Stapel mit Munition vorhanden sein. Für jeden Lagerort werden ein Lageplan und das Stapelschema erstellt, die den Ort im Stapel selbst sowie einen Stapel in weiteren Gruppen genau identifizierbar machen.
Der Plan und das Schema werden vom Kommandeur des Lagerabschnittes der Einheit genehmigt. In jedem Stapel ist Munition mit einer Nomenklatur und einer Identifikationskarte mit Daten zum Herstellungsdatum anzubringen. Es ist nur dann gestattet, einzelne Kisten und Behälter in der angestellten Charge aufzuteilen und Munition verschiedener Typen in einem Stapel zu stapeln, wenn die vorherige Zugehörigkeit zur Lagercharge nicht verändert wird.
Raketen und Munition müssen bei der Anlieferung so angeordnet sein, dass es möglich ist, ihren technischen Zustand zu kontrollieren, Aufzeichnungen zu führen, weitere Lagergüter zu empfangen und auszugeben. In den Lagern mit Raketen und Munition müssen an jeder Tür die Arbeitsgänge erläutert und zum Ausgang hin farblich gekennzeichnet sein. Diese Kontrollflure haben mindestens 1,5 m breit, in der Mitte des Lagerhauses oder entlang einer der Wände des Lagerobjektes angeordnet zu sein. Für Flurabschnitte in denen gesonderte Arbeiten notwendig werden oder Technik abgestellt ist, gelten besondere Flurbreiten. Raketen und/oder Munition sollten in ihrer normalen Transportverpackungen aufbewahrt werden. Die Kennzeichnung auf den Behältern muss den Daten auf der Munition und/oder den darin platzierten Raketen entsprechen. Das gleiche gilt für den Transportbegleitnachweis. Kisten mit Raketen und Munition werden mit den Deckeln nach oben gestapelt und in Richtung der Gänge markiert. Stapel werden auf antiseptischen Standard-Holzgitterauskleidungen mit den Maßen 30-75x27x27 cm oder 30-75x18x18 cm gestapelt, die hauptsächlich für den Einsatz in offenen Bereichen bzw. in Lagern vorgesehen sind. Munitionsbehälter, die länger als 2,5 m sind, werden auf den vorhandenen, umlaufenden Leisten der Kisten gestapelt - zwei unter den Auskleidungspositionen und eine in der Mitte. Die Pads unter den Stapeln sind in einer Richtung gestapelt, normalerweise über das Lagerhaus in Richtung der Lüftungsklappen und im offenen Bereich in Richtung der vorherrschenden Winde. Stapel von Raketen und Munition sind so gestapelt, dass sie standtechnisch stabil sind. Bei einer Stapelhöhe von mehr als 1,5 m wird ein Munitionsbehälter mit Schienen oder Fangeisen, auf halber Höhe oder an zwei Stellen auf 1/3 und 2/3 der Stapelhöhe befestigt. Munition in zylindrischen Behältern, die in Reihen gestapelt werden soll, wird aus Stabilitätsgründen durch ist eine Reihe Holzstreifen, mit einer Stärke von mindestens 2,5cm getrennt. Die Enden der Streifen sind durch Lamellen verbunden, die gleichzeitig als Begrenzung für die äußeren Munitionsreihen dienen. Die Höhe der Stapel mit Raketen und Munition sollte den für diese Art von Raketen und Munition festgelegten Wert nicht überschreiten und eine zulässige Belastung pro Quadratmeter Lagerfläche bieten, die die im Lagerpass angegebene nicht überschreitet. Um einen Luftaustausch bei der Lagerung, zwischen den oberen Stapelreihen und der Decke (Dach) zu gewährleisten, muss ein Freiraum von mindestens 0,6m vorhanden sein. Die Stapelhöhe von Stapeln mit Raketen und Munition, einschließlich der Höhe der Auskleidungen, sollte den Vorgaben für das konkrete Lagergebäude nicht überschreiten.

In einem typisierten Munitionslagergebäude bestehen die Vorgaben der Lagermengen für:

  • rauchfreies Schießpulver in Standardbehältern oder als Teil von anderen Lagermengen - nicht mehr als 500 Tonnen

  • normales Schießpulver und Gegenstände davon, ohne Anrechnung der Standardbehälter - nicht mehr als 100 Tonnen

  • pyrotechnische Produkte (mit Ausnahme von Produkten, die nur Rauchpulver ohne Initiationsmittel enthalten) - nicht mehr als 250 Tonnen

  • BB ohne Granaten und in Granaten sowie Sprengstoff und Schießpulver in Schüssen - nicht mehr als 240 Tonnen TNT. (BB= zündkräftige Mittel, wie Zünder etc.)


Bei der Bestimmung der maximalen Lagermenge eines Lagers für Raketen und Munition, sollte die Hälfte der Masse ihrer Treibladung (Pulver) berücksichtigt werden. Bei der Lagerung von Raketen und Munition in einem Lager, in getrennten Abschnitten, müssen die Anforderungen für die gemeinsame Lagerung von Raketen und Munition, auch in der Lagermasse, beachtet werden.

Merkmale der Lagerung verschiedener Munitionstypen

nicht zündkräftiges Schießpulver und allgemeine Ladungen ohne Zünder werden in deckenlosen Lagern in versiegelten Behältern aufbewahrt. Lagerräume für die Lagerung von zündkräftigem Schießpulver, sind mit Gestellen ausgestattet. Alle Teile der Regale werden ohne Verwendung von Nägeln und Befestigungselementen aus Stahlelementen mit Spikes zusammengehalten. In diesen Lagern sind die Böden in den Arbeitsgängen normalerweise mit Gummimatten bedeckt, die eine Zündfunkenübertragung minimieren. Ein Betreten dieser Bereich ist nur mit Gummischuhen oder Stiefeln gestattet.

Munition kleineren Kalibers sollte nur in Lagerräumen aus Ziegeln oder Stahlbeton gelagert werden. Tore, Türen, Fenster und Luken von Gewölben sind mit Einbruchalarmanlagen ausgestattet, die teilweise zum DH der Wache signaltechnisch aufgeschaltet sind.

Lagereinrichtungen mit Schützenmunition befinden sich im technischen Bereich des Lagers, getrennt von Lagereinrichtungen mit anderer Munition. Jedes Lagerhaus oder jeder Lagerbereich für Schützenmunition, ist mit zwei Reihen Drahtzäunen ausgestattet. Die erste Reihe ist in einem Abstand von mindestens 2m vom Wall oder anderen Schutzeinrichtungen an der Außenseite des Lagers und die zweite Reihe in einem Abstand von 3m von der ersten Reihe installiert. Im Drahtzaun ist die erforderliche Anzahl von Toren angeordnet. Türen und Tore von Lagereinrichtungen mit Schützenmunition werden mit Petschaften oder Hartsiegel des Lagerverantwortlichen und des Chefs (stellvertretenden Chefs) der Lagerabteilung verschlossen und versiegelt. Das Öffnen und Schließen von Lagereinrichtungen für die angegebenen Personen sind nur gemeinsam möglich. Die Tore des Drahtzauns sind verschlossen und mit den Siegeln derselben Personen zu versehen. Damit ist das 4-Augenprinzip gewährleistet.
Zusätzlich sind die Lagerobjekte mit Scheinwerfern, Lichttrassen und akustischen Alarmen ausgestattet, die bei geöffneten Türen (Toren) ausgelöst werden und keine Abschaltvorrichtung zum Ausschalten des Signals durch Unbefugte, haben.
Organisation der vorübergehenden und/oder der langfristigen Lagerung von Munition im offenen Umfeld

Die Ablage und Lagerung von Munition im Freigelände ist nur bei einem Mangel an anderweitigen Lagermöglichkeiten zulässig. Kurzfristig dürfen unter bestimmten Bedingungen dort gelagert werden:

  • Rauch, Rauchlose, Brandfähige Munition, Granaten und Minen mit Phosphorfüllung oder mit Strom erzeugenden Bauteilen

  • Munitionsproben

  • reaktive Panzerabwehrgranaten (zb RPG-18)

  • Schützenwaffenmunition

  • Sicherungen, Zündmittel

  • Schießpulver und Artikel davon

  • Sprengstoffe ohne Granaten und Produkte von ihnen

  • pyrotechnische Produkte, Initiationsmittel (zb Knallkörper)


Die Wahl des Standortes für die ungeschützte Lagerung (in einer Senke, umwallt, etc.) im Lagerbereich des technischen Gebiets und seine Ausrichtung im Gelände, sollte jeweils im Abgleich mit den Richtungen anderer Lagereinrichtungen, dem Straßennetz und dem konkreten Gelände entschieden werden. Die Abmessungen der offenen Fläche werden durch das ausgewählte Stapelschema und die Munitionsmenge bestimmt. Die Wahl der Lagerstandorte werden durch viele zusätzliche Kriterien bestimmt, wie zb. Bereiche mit natürlicher Tarnung (Wald), unmittelbare Nähe zu Zufahrtsstraßen, Stromquellen und Wasserversorgung. Die Lagerbereiche (Gebäude) stehen mit der kurzen Seitenwand in Richtung der vorherrschenden Winde.

Offene Bereiche müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Standort mit leichter allgemeinen Neigung (2 ... 3% der natürlichen Bodenneigung)

  • das Oberflächenniveau über dem Grundwasserspiegel beträgt mindestens 0,5 m

  • die Lagerflächen sollten rechteckig sein

  • umlaufende Entwässerungsgräben müssen angelegt sein

  • Normative im Stapelbereich (Lagerung) von Munition: Länge 17,5m; - Breite 7,2 m; - Höhe 3,5 m


An einer Stelle dürfen nicht mehr als 10 (Munitionswagen) oder Stapel mit Munition gelagert werden. In diesem Fall sollten sich die Stapel in einem Abstand von mindestens 5 bis 10m voneinander befinden. Bei der Lagerung von Pioniermunition sind die Regeln für die gemeinsame Lagerung zu beachten. Munition gestapelt in Standardauskleidungen von 27x27 cm. In den äußeren Reihen der Stapel werden Behälter mit der Markierung nach innen abgelegt (mit Ausnahme von einer oder zwei oberen Reihen), um ihn vor den Auswirkungen von Niederschlag und Sonneneinstrahlung zu schützen. Stapel von Kisten im Stapel werden streng vertikal (entlang einer Lotlinie) platziert und durch Verbinder oder Stapelband miteinander befestigt.

Eine intensive Belüftung von Stapeln mit Munition im offenen Bereich gewährleistet folgendes:

  • auf der Höhe der fünften - sechsten Kistenebene, sind über die gesamte Länge des Stapels, Stangen zu legen, um zusätzliche Belüftungsbedingungen zu schaffen

  • alle 6,0 - 8,0 m der Stapellänge werden über die gesamte Länge des Stapels Lücken von 25 - 30 cm gelassen


Die maximal zulässige Lagermengen für Freiflächen betragen:

  • 240 Tonnen für Sprengstoffe in der Zusammensetzung von Munition und ihren Bestandteilen

  • 500 Tonnen Schießpulver, wenn das Schießpulver in Munition vorhanden ist, die keinen zündkräftigen Mittel enthält (Granaten in inerter Ausrüstung mit panzerbrechenden Projektilen, leere Schüsse)

  • bei der Bestimmung der maximal zulässigen Beladungsrate der Sprengstoffe für Munition sollte die Hälfte der Pulvermasse der Treibladung berücksichtigt werden

  • Munitionsbehälter werden geschützt vor Niederschlag und Sonneneinstrahlung in getrennten offenen Bereichen, in der Nähe von Lagereinrichtungen in einer Entfernung von mindestens 50m gelagert. Diese Bereiche dürfen nicht erdumwallt sein [1]


Stand: 07.05.2020


Quelle: [1] Министерство обороны СССР-Руководство по эксплуатации ракетно-артиллерийского вооружения-Хранение ракетно-артиллерийского вооружения и боеприпасов в войсках (МОСКВА 1978), Übersetzung/Beratung: P. Rentsch, Formulierung: Heimatgalerie