Heimatgalerie - Berliner Operation

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Berliner Operation

Am Abend des 08. Mai 1945 (23:01 Uhr MEZ) endete der über 3 Fronten mit insgesamt 24 Armeen geführte finale Sturm der Roten Armee auf die Reichshauptstadt (und die vorher in Teheran und auf Jalta vereinbarten Linien) mit der, von den Alliierten Streitkräften geforderten Unterzeichnung der Ratifizierung der bedingungslosen Kapitulation.
Die angestrebte Teilkapitulation von GO Jodl im Hauptquartier der Westalliierten in Reims am 07. Mai wurde von Eisenhower mit Hinweis auf die getroffenen Vereinbarungen (keine Waffenstillstandsverhandlungen und Teilkapitulation) von Jalta abgelehnt. Daraufhin bevollmächtigte Dönitz den GO Jodl am selbigen Tag (Nacht) zur Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation im SHEAF. Da GO Jodl nicht für alle Teilstreitkräfte der Wehrmacht unterzeichnen konnte, folgte die Ratifizierung am 08. Mai um 23:01 MEZ in der ehemaligen Pionierschule Berlin-Karlshorst mit OKW, Heer (GFM Keitel), Luftwaffe (GO Stumpff), Kriegsmarine (GA von Friedeburg) und den Alliierten (Shukow, Tedder, de Tassigny und Spaatz).

Soweit die Kurzversion.

Nachfolgend ein kurzer historischer Überblick über die letzten Tage der Angriffsoperation auf Berlin durch die handelnden Fronten und Armeen der Roten Armee. (Берлинская наступательная операция.)
An der Operation vom 16.04.1945-08.05.1945 waren nach heutiger russischer Sicht beteiligt:
1. Ukrainische Front/1-й Украинский фронт (bis Okt 1943 Woronescher Front) (Konew), 1. Belorussische Front/1-й Белорусский фронт (Schukow), 2. Belorussische Front/2-й Белорусский фронт (Rokkosowski) und 1. Gardepanzerarmee (Katukow).
Je nach Verlauf der strategischen Gesamtoperation waren den handelnden Fronten verschiedene Verstärkungen und Reserven zugeordnet, die in der Regel mobil und schnell in den Richtungen der Hauptanstrengung der jeweiligen Front handeln konnten.  
Im Bestand der 1. Ukrainischen Front handelten im Rahmen der Berliner Operation unter anderem folgende 8 Armeen (A=Armee, StossA=Stossarmee, GPA=Gardepanzerarmee, GA=Gardearmee):
13. A, 28. A, 52. A, 3. GPA, 4. GPA, 3. GA, 5. GA, 2. Polnische Armee
Im Bestand der 1. Belorussischen Front handelten im Rahmen der Berliner Operation unter anderem folgende 11 Armeen und1 Kav.Korps:
3. A, 33. A, 47. A, 61. A, 69. A, 3. StossA, 5. StossA, 8. GA, 7. Gkkorps, 1. GPA, 2. GPA, 1. Polnische Armee
Im Bestand der 2. Belorussischen Front handelten im Rahmen der Berliner Operation unter anderem folgende 5 Armeen:
19. A, 49. A, 65. A, 70. A, 2. StossA
Gegen die noch handlungsfähigen Kräfte der Deutschen Luftwaffe, aber auch im Erdkampfeinsatz mit Schlachtfliegern waren an der Berliner Operation auf sowjetischer Seite beteiligt:
2., 4., 6., 16. und 18 Luftarmee

An Hand der Aufstellung wird sichtbar, die 1. Belorussische Front unter Schukow sollte in der Richtung der Hauptanstrengung direkt auf die Reichshauptstadt Berlin, die Hauptlast des Angriffs tragen, während die anderen Fronten den Gegner in Nebenrichtungen binden, einkesseln und danach schlagen sollten. Ziel war die völlige Umfassung Berlins um danach die eingekesselte Stadt von gegnerischen Truppen zu befreien und den Gegner vernichtend zu schlagen.
Dem Stand im April/ Mai 1945 in und um Berlin und der herannahenden Ostfront, an Resten deutscher Truppen gegenüber (Reste Heeresgruppe Mitte und Heeresgruppe Weichsel, im Bestand aus zusammengeworfenen Reserven aus Resttruppenteilen, Volkssturms und Hitlerjugend):
9. A, 17. A, 3. PA, 4. PA

Im Raum Magdeburg nach Osten handelnd, versuchte die 12. Armee (Wenk), der im Bereich Halbe eingekesselten 9. Armee (Busse) Entsatz zu bieten und zu ermöglichen, dass die 9. Armee, zu großen Teilen in Richtung Elbe, (zu den amerikanischen Truppen) abziehen kann. In der Masse der handelnden 9. Armee (Busse) gelang das nicht, der Großteil der 9. Armee geriet in Kriegsgefangenschaft, während sich der Befehlshaber der 9. Armee und ein Teil seines Stabes, feige seiner Verantwortung entzog und seine Armee im Stich ließ. Die hohe zahlenmäßige und technische (Panzer, Geschütze, reaktive Artillerie) Überlegenheit der sowjetischen Truppen der Roten Armee wurde auch möglich, weil zu diesem Zeitpunkt klar war, dass das kaiserliche Japan in den besetzten Gebieten in Fernost, nicht in der Lage und nicht Willens gewesen ist, größere, raumgreifende Operationen gegen die angreifenden Alliierten, insbesondere der Roten Armee im fernöstlichen Raum (Mandschurei), entgegenzusetzen.

Damit lag das Hauptinteresse jeglicher strategischen Anstrengungen (der Stavka in Moskau), auf dem schnellen und erfolgreichen Abschluss der Berliner Operation, während sich weitere Frontoperationen gegen Restkräfte der deutschen Truppen in Österreich, im Raum Schlesien und Prag, in Ungarn etc. richtete.

(Quelle: P. Rentsch, https://pamyat-naroda.ru/)