Heimatgalerie - Böhmen/Mähren Reise 2014 - National Museum Prag

Heimatgalerie

Dokumentationen zur Zeitgeschichte - damit die Wahrheit erhalten bleibt
Home Unterwegs Vor Ort gewesen Böhmen/Mähren Reise 2014 - National Museum Prag

Böhmen/Mähren Reise 2014 - National Museum Prag

Das Nationaldenkmal auf dem Berg Vitkov/Prag

Zum Gesamtkomplex gehören 2 Gebäude. Das am Fuße gelegene wurde 1927 errichtet und 2 Jahre später fertig gestellt. Der Bau des Befreiungsdenkmals wurde zusammen mit der Grundsteinlegung auf der Hügelkuppe 1928 begonnen.
1933 wurde das Gebäude auf der Hügelkuppe fertig gestellt. Nun begann der Innenausbau. Im Jahre 1938 war das Denkmal fertig und sollte in den Besitz des Staates übergehen, die Ereignisse in München verhinderten diesen historischen Schritt.

Der Festsaal
Seine Form und Gestaltung erinnert an die Tempelarchitektur. Die Halle ist dreischiffig mit Tribünen an den Seiten und großen Deckenfenstern für eine natürliche Beleuchtung. Den größten Platz nimmt der vordere Bereich des Festsaales ein, er wird sowohl für feierliche Anlässe, aber auch bei Trauerfeiern genutzt. Die große Metallstatue an der Hallenfront stammt von den Bildhauern Karel Kotrba und Ladislav Kofranek aus dem Jahre 1938. Sie symbolisiert den fliegenden und geflügelten Genius, der die Freiheit prophezeit. Die Statue wurde während des II. Weltkriegs von den Nazis zerstört, jedoch nach dem II. Weltkrieg neu gegossen und an seinem alten Platz aufgestellt. Über dem Podium hängt ein Wandteppich mit dem großen Nationalwappen der Ersten Republik. Um die Zerstörung durch die Nazis zu vermeiden, wurde er 1938 zur Weltausstellung nach New York versandt und kam erst 2001 hierher zurück. Einzelne gekachelte Felder schmücken den Sims und zeigen die historischen Wappen der Länder, die zur Ersten Republik gehörten. Die Böden, Treppen und Wände sind aus verschiedenfarbigen Marmor hergestellt.

Die Präsidenten-Lounge
Der Raum ist im architektonischem Stil gehalten. Das Parkett ist aus Eichen- und Walnussholz, die Wände sind mit Seidensamttapete mit Byzantinischem Muster bezogen.

Das Grabmal des Unbekannten Soldaten

Das Grabmal befindet sich unterhalb der Reiterstatue. Ursprünglich befand es sich seit 1922 im alten Rathaus. Nach dem Krieg gab es Ideen der Umsiedlung zum Befreiungsdenkmal. Vollzogen wurden diese dann als feierlicher Höhepunkt im Rahmen des 5. Jahrestages der Schlacht von Dukla am 09.10.1949.

Die Statue des Jan Zizkas aus Trocnov auf seinem Pferd
Das Denkmal wurde 1931 beim Bildhauer Bohumil Kafka in Auftrag gegeben. Dieser benötigte 10 Jahre für die Fertigstellung. Gegossen und enthüllt wurde sie erst am 14. Juli 1950, am Jahrestag der Schlacht von Vitkov.
Die Statue ist mit Betonpflöcke im Boden verankert, 9 m hoch, 9,60 m lang und 16,5 t schwer.

Hauptsaal
Hier befindet sich die Dauerausstellung. Der Saal ist ein Ort der Verehrung und der Ehrerbietung, ursprünglich als Grabstätte für verdiente tschechoslowakische Legionäre konzipiert und nie als dieses genutzt.
Ab November 1942 besetzten die Nationalsozialisten das Denkmal und nutzen es bis zum Ende des Krieges als Lagerraum. Zuvor konnten viele Kunstgegenstände ausgelagert werden. Nach dem II. Weltkrieg begann der Wiederaufbau des Denkmals.
Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei entschied, dass Denkmal in einen Pantheon des Proletariats umzuwandeln. Die ideologische Funktion des Gebäudes änderte sich.

Kolumbarium
Auch dieser Teil war ursprünglich als Grabstätte für verdiente tschechoslowakische Legionäre geplant. Begraben wurde hier niemand. Seit 1951 wurde es als Bestattungsort für hochranginge kommunistische Parteigrößen verwendet.
Ihre Überreste wurden nach 1989 entfernt, die Urnen bestattet oder an die Familien übergeben. Die Innenausstattung wurde vom Bildhauer Jaroslav Horej geschaffen. Heutzutage wird dieser Ort zum Gedenken an außergewöhnliche Persönlichkeiten verwendet, die die Tschechische und Tschechoslowakische Geschichte des 20. Jahrhunderts beeinflusst haben.

Die Befreiungshalle
Dieser Gebäudeteil wurde vom Architekten Jan Zazvorka bereits während des II. Weltkrieges geplant, aber erst nach 1945 erbaut. Grundgedanke war der Tribut an den Widerstand. Nach 1948 wurde der Zweck geändert und 1955 als Halle der Roten Armee eingeweiht. Gut zu sehen an den Mosaikfeldern die verschiedene sowjetische Waffen zeigen. Zuvor, 1953, beschloss das Zentralkomitee das Klement Gottwald Mausoleum im Denkmal zu integrieren. Gesagt, getan. Unter der Halle entstand ein unterirdischer Raum.
Dort befanden sich das Labor (ausgestattet mit modernsten Geräten), ein Raum für Ärzte und Krankenschwestern, eine Leitstelle, ein Lager- und Maschinenraum. Technologie und Klimaanlage erfüllten die neusten Kriterien. 1953 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Die originale Ausstattung blieb bis zur Einäscherung Klement Gottwalds 1962 vor Ort und wurde danach teilweise entfernt. Tschechoslowakische Ärzte und Experten übernahmen ab 1955 die Obhut des einbalsamierten Körpers und aller technischer Einrichtungen. Erhalten geblieben ist der Kontrollraum und der Grundriss des Labors. Der rote Sarkophag des Hauptsaals, in dem die Urne Klement Gottwalds nach 1962 aufbewahrt wurde, kann heute in einer Nische im Labor besichtig werden.

Weitere Information auf der Homepage des Museums: National Memorial

Der Eintritt ist zeitlich unbegrenzt und kostet pro Person 110 CZK / ca. 4 €, plus Fotogebühr von 50 CZK / 1,80 €. Aber allein der Blick über Prag vom Dach des Museums, ist jeden Euro wert! Also, allein schon wegen dem Ausblick dort hin!