Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013

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Normandie/Bretagne 2013

Eine Reise wo »der Weg das Ziel« ist...

 


Im November 2012 stand es fest, es soll im Sommer 2013 eine Reise im Wohnmobil durch Frankreich sein. Die Normandie und die damit verbundene Geschichte des D-Day deckten sich mit meinem Interesse für die deutsche Geschichte. Daher bot sich diese Strecke zwangsläufig an.
Ein Wohnmobil lässt sich sehr komfortabel und auch einfach mieten. Allerdings »günstig« wird das nicht, wie erste Recherchen ergaben. Eine freundliche und kompetente Firma war aber schnell gefunden. Termin gemacht, angeschaut und unterschrieben. Die Wahl fiel auf ein »FIAT Ducato TEC/Ti 682G-Lift«.
Die Ausstattung lies keine Wünsche offen, an alles war serienmäßig gedacht: zwei Festbetten, ein weiteres großes Liftbett, WC, Dusche, 3flammen Gasherd, Kühlschrank, Gasheizung, Markise und mehr Stauraum als nötig.


Ein Ziel bzw. eine Route (hier ist ja bekanntlich der Weg das Ziel) war schnell bestimmt:

Der westlichste Punkt Frankreichs der mit dem Auto erreichbar ist, BREST (Frankreich), incl. »La Pointe du Raz«.


Für die Routenplanung kalkulierte ich vier Wochen ein. Am Ende zeigte sich, dass diese Zeit nicht zu hoch gesteckt war. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Seiten Battletours.de und Camperpoint.de. [1]

Hinterher ist man immer schlauer dachten wir und schrieben trotzdem lange Inventarlisten und versuchten im Vorfeld Fehler zu vermeiden. Die Nervosität und Vorfreude hielt sich mit dem immer näher kommenden Termin der Abfahrt die Waage.

Am 1. Juli.2013 war es nun endlich soweit, wir durften mit »unserem« Fahrzeug vom Hof des Vermieters fahren. Unser Auto konnten wir netterweise dort unterstellen. 
In die Routenplanung hatte ich für jeden Abend einen Campingplatz (CP) als Ziel festgelegt, plus ein Ersatzplatz. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dies nicht notwendig war. Einlass erhält man auch nach "Büroschluss". Die Tageskilometer pro Etappe hielt ich auf Anraten erfahrener Camper relativ gering. Sie lagen bei etwa 200 bis 250 Kilometer pro Tag. [2]

Unsere Strecke verlief wie folgt:
Berlin - Koblenz - Wezembeek-Oppem (B) - Arques (F) - Bleriot-Plage - Merville/Franceville-Plage - Vierville-sur-Mer (»Omaha Beach«) - Ravenoville (»Utah Beach«) - Plévenon/Cap Fréhel - St. Mathieu - BREST - »La Pointe du Raz« - Larmor Plage (Lorient) - Bois de Boulogne (Paris) - Fumay (F) - Knüllwald-Wallenstein (D) - Berlin

Als »Wegpunkte« waren eingeplant:
Das »Grenzmuseum Schifflersgrund« bei Asbach-Sickenberg (D)
Sightseeing in Brüssel (Manneken pis, Atomium usw.)
Das Museum »La Coupole« bei Helfaut (F)
Die Einfahrten des Eurotunnels bei Calais (F)
Das Museum »Batterie Todt« bei Audinghen (F)
Das Museumshaus am »0« Meridian bei St. Vaast-en-Auge (F)
Die »Batterie Merville« bei Merville-Franceville (F)
Die »Pegasus Brücke« bei Benouville (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, etc.) entlang des »SWORD Beach«
Das Museum »Distelfink I« bei Douvres-la-Délivrande (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, etc.) entlang des »JUNO Beach«
Der Strand am »GOLD Beach« mit Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, Phönix-Senkkästen, etc.)
Die »Batterie Longues« bei Longues-sur-Mer (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Les Braves, Panzer) entlang des »OMAHA Beach«
Das Museum »Memorial D’ OMAHA Beach«
Den »Normandy American Cemetery and Memorial« bei Colleville-sur-Mer (Gräber der Niland Brüder [Vorlage für S. Spielbergs »Der Soldat James Ryan«] und das Grab von Theodore Roosevelt Jr. [1887-1944], ältester Sohn von Teddy Roosevelt)
Das »D-Day Museum« bei Vierville-sur-Mer (F)
Der »Pointe du Hoc« bei Le Bavent (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, etc.) entlang des »UTAH Beach«
Die »John Steele Church« in St.-Mère-Église (F)
Der »Le Mont St. Michel« (UNESCO Weltkulturerbe) in Le Mont St. Michel (F)
Der Leuchturm von Cap Fréhel (F)
Die Rosa Granitfelsenküste bei Trégastel (F)
Das »Cap St. Mathieu« bei Plougonvelin (F)
Sightseeing in Brest (U-Boot Bunker, Festung)
Der »La Pointe du Raz« bei Plogoff (F)
Das Hauptquartier des Befehlshabers.der U-Boote (B.d.U.) und U-Boot Bunker »Keroman I, II, III« in Lorient (F)
Das Schloss von Versailles
Sightseeing in Paris
»Disneyland« Paris
Das Führerhauptquartier (FHQ) »Wolfsschlucht II« bei Margival (F)
Das FHQ »Wolfsschlucht I« (Museum) bei Brûly-de-Pesche (B)

Im Laufe der Zeit wurden wir, nach dem Eintreffen auf dem jeweiligen Campingplatz, von Tag zu Tag immer besser. Immer wieder kehrende Handgriffe wurden zur Routine und zu vertrauten Tätigkeiten: das Parken und Ausrichten des Wohnmobils, den Strom anlegen, Verbraucher umschalten, Markise, Stühle / Tisch raustragen, Duschen gehen und Kaffee machen. Planloses werkeln gehörte schnell der Vergangenheit an und so wuchs die Famili zu einem eingespielten Reiseteam zusammen. Uns überkam ein gewisser Stolz, bedenkt man die Tatsache, dass es unsere erste Reise als Camper in einem Wohnmobil war.

Gesamtkilometer dieser Route: 4463 Kilometer
Gesamtfahrzeit: 76 Stunden und zehn Minuten

Am Ende bleibt ein wunderbares Resümee. Wir haben jede Minute unserer Reise genossen. Worum ging es uns? Um Individualität, um die Freiheit, um die Strecke und die Orte auf dem Weg zum Ziel, unserem Ziel: Brest. Morgens in der Natur unser Frühstück zu genießen, viele nette Menschen kennenzulernen,  Losfahren wann es UNS passte, Pause zu machen wann immer UNS danach war, Städte und Orte zu besuchen die WIR sehen wollen, um das ankommen wann WIR es wollten und um das Erleben von Geschichte zum Anfassen. Das war eine einzigartige Erfahrung.
Wir hatten den Mut, diese Art der Urlaubsreise zu wagen, nahmen Strapazen auf uns und wurden schließlich mit der Gewissheit belohnt: »Die Mühe war es wert!«

Als Einführung in die Geschichte der Landungsstrände am Tage der Invasion diente -uns die deutsche Ausgabe des Buches: »Die Strände der alliierten Landung« von Yves Lecouturier und Isabelle Bournier. [3]  Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich nicht alle Ereignisse der »Operation Overload« bis ins kleinste Detail wiedergeben kann. Hierzu verweise ich auf die vorhandende Literatur bzw. auf die einschlägigen Internetseiten zu diesem Thema.

Quellen: [1] www.battletours.de, http://www.dday-overlord.com/, http://www.atlantikwall.mynetcologne.de/Atlantikwall/Frankreich/index.html, www.Camperpoint.de, [2] nützliche Hinweise bei www.Camperpoint.de, [3] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011

 


Der britische Landungsabschnitt »SWORD Beach« (Codename: »QUEEN«) erstreckt sich in etwa von Ouistreham-Riva-Bella bis Luc-sur-Mer. [2]

Hier, an den Stränden von Colleville-sur-Orne, Lion-sur-Mer und St.-Aubin-sur-Mer, gingen am 6. Juni 1944 um 7:30 Uhr rund 29.000 Soldaten der »2nd British Army« (u.a. die »3rd British Infantry Division« sowie die »51st British Infantry Division«) unter Befehl von Generalmajor Thomas Gordon Rennie (1900-1945) an Land. Direkt am Strand waren 630 gefallenen Soldaten zu beklagen. Die Aufgabe der »3rd British Infantry Division« bestand darin, am rechten Orne Ufer in Stellung zu gehen und sich mit der »6th Airborne Division« und der »3rd Canadian Infantry Division« zu vereinigen. Weiter sah der Plan vor, Caen sowie das Landefeld bei Carpiquet am Abend des 6. Juni 1944 einzunehmen.
Dieser Sektor wird von vier großen Batterien verteidigt: Merville (4x 100mm Geschütze), Riva-Bella (155mm Geschütze), Ouistreham und Colleville-sur-Mer (4x 105mm Geschütze). Dazu kam, dass die Deutschen auf die »716. Infanterie-Division«, die »21. Panzerdivision« und die »12. SS-Panzerdivision« zurückgreifen konnten. Alle wichtigen Orte, wie Colleville-Montgomery, Ouistreham-Riva-Bella, Hermanville-sur-Mer wurden bereits am 6. Juni befreit, Lion-sur-Mer und Luc-sur-Mer am 7. Juni 1944. [1]

Eine weitere wichtige Rolle im Zusammenhang mit den Landungen am »SWORD Beach« spielt die Einnahme bzw. Sicherung der beiden Brücken bei Bénouville und Ranville. Am 6. Juni 1944 um 0:20 beginnt die »Operation Tonga«. Drei Lastensegler mit je dreißig Mann der »2nd Infantry Division« der »6th Airborne Division« landeten nur wenige Meter von der Hebebrücke entfernt in Bénouville. Sie bildeten die sogenannte »D-Kompanie«, bestehend aus Soldaten der leichten Infanterie des »Oxfordshire & Buckinghamshire Infantry Regiments« der britischen »6th Airborne Division«. Die Einnahme der Brücke soll es der auf »SWORD Beach« landenden »3rd Infantry Division« ermöglichen, schnell bis zur Stadt Caen vorzudringen. Die Brücke ist in zehn Minuten eingenommen. Die Einnahme der beiden Brücken war der erste Sieg der Alliierten in der Normandie. Wenige Minuten später traf die Verstärkung ein und die Dörfer Ranville und Bénouville sind die ersten befreiten Dörfer in Frankreich. Am Abend des 6. Juni 1944 waren beide Brücken gesichert und unter Kontrolle der alliierten Streitkräfte. [1]

Die »Pegasus-Brücke« verdankt Ihren Namen dem Symbol auf dem Truppenabzeichen der »6th Airborne Division«, dem »Pegasus«. Am 26. Juni 1944 wurde die Brücke in Bénouville in »Pegasus-Brücke« umbenannt. Seit November 1993 ist die Original Brücke gegen eine größeren, moderneren Nachbau ersetzt worden. Die frühere Brücke ist in der Aussenanlage des »Mémorial Pegasus« zu sehen.

Museen: (Site Hillmann, Musée de Mur de l'Atlantique, Musée N° 4 commando, Pegasus-Bridge)

www.amis-de-suffolk-rgt.com

In diesem Objekt befinden sich 18 Bunker in bis zu vier Metern Tiefe. Alle Bunker waren und sind durch Gräben untereinander verbunden. Hier befand sich das Generalquartier des »736. Grenadierregiments«.
www.musee-grand-bunker.com
Ein 17 Meter hoher Bunker, zum Zwecke der Beobachtung und Entfernungsmessung für die Einstellung der Schussweite der Kanonen.
www.musee-4commando.org
Zu Ehren der hier gelandeten 177 Grünkäppis, die dem britischen Kommando »N° 4« unterstellt waren.
www.memorial-pegasus.org

http://www.normandiememoire.com/de/content/view/id-1-home

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Quest-France 2011, [2] »Historical D-Day Map«


Der kanadische Landungsabschnitt »JUNO Beach« (Codenamen: »NAN«, »MIKE« [2]) erstreckte sich etwa von Langrune-sur-Mer bis Ver-sur-Mer, wobei die »Grenzen« der Landungsstrände von mir nicht so genau zu lokalisieren sind. Sicher wird es in den entsprechenden Archiven Unterlagen dazu geben. Diese liegen mir nicht vor, und so halte ich mich an die Angaben aus dem erwähnten Buch und einer historischen Karte, die in diversen Souvenirshops der Normandie käuflich erworben werden kann.

Am Morgen (8:00 Uhr) des 6. Juni 1944 ging am Strand von Vaux in St.-Aubin-sur-Mer die »3rd Canadian Infantry Division«, mit 15.000 Kanadiern und 9.000 Briten, unter dem Befehl von Generalmajor Rodney Frederick Leopold Keller (1900-1954) an Land. Der Befehl lautete, in Richtung Caen zu marschieren und das Flugfeld bei Carpiquet einzunehmen (ähnlich schon dem Befehl der »3rd British Infantry Division«). Die Strände dieses Sektors waren jedoch mit vielen Kasematten, schweren Geschützen und unzähligen MG-Nestern gut gesichert. Neben Hindernissen jedweder Art, sind auch über 14.000 Minen vergraben worden. Im Zuge des Ausbaus der Verteidigungslinien hatten die Spezialisten der Kriegsmarine natürlichen Gegebenheiten der Küstenlandschaft (hohe Felsen an der Küste) als Vorteil mit in den Bau einfliessen lassen. Daher wurde dieser Sektor militärisch nicht weiter ausgebaut. Direkt nach der Landung waren hier 925 gefallene oder vermisste Soldaten zu beklagen. Viele Gefallene werden direkt in Gärten der Häuser oder auf Gemeindefriedhöfen beigesetzt.
Heftige Kämpfe ziehen sich durch die Städte Langrune-sur-Mer, Saint-Aubin-sur-Mer und Bernières-sur-Mer. Viele Villen der Uferpromenade in Langrune waren von den Deutschen befestigt und mit Panzerabwehrkanonen (»PAK«) gesichert worden. Dem »48th Royal Marine Commando« ist am Strand ein Denkmal gewidmet.

In St. Aubin ging das »48th Royal Marine Commando« mit der zweiten Angriffsstaffel an Land, mit dem Befehl, Langrune einzunehmen. Der Strand von Bernières konnte nur durch ein massives Bombardement für die alliierten Truppen begehbar gemacht werden. Trotzdem mündete die Landung der kanadischen Truppen in einem »sinnflutartigen Beschuss«. [1]

Unweit der Gemeinde Douvres-la-Délivrande befindet sich das Museum der deutschen Radarstation »Distelfink I« und »Distelfink II« (Eintritt 3,50 €). Die Radarstation lag 53 ü. N. N. Daher war sie in der Lage, alle Bewegungen auf See zu erfassen. Fertiggestellt 1943, trat das »53. Luftnachrichtenregiment« schließlich hier seinen Dienst an. 1500 »Würzburg-Riesen« hatte die Firma »Telefunken« seinerzeit gebaut, davon existieren laut der Museumsbroschüre heute nur noch drei Exemplare. Ausgestattet war die Radarstation mit zwei Radargeräten vom Typ »Freya«, einem Gerät vom Typ »Wassermann« (300 Kilometer Reichweite) und zwei vom Typ »Würzburg«“. Die Objektverteidigung war gewährleistet durch Flugabwehrkanonen (»Flak«) und »PAK«. Als technische Ausstattung kamen eine Telefonanlage, ein Radiosender, ein Stromaggregat und ein Munitionslager hinzu. Die Station hielt elf Tage Belagerung durch die Alliierten stand, bevor die 238 Mann des »53. Luftnachrichtenregiment« durch Befüllen der Lüftungsschächte mit Gas zur Aufgabe gezwungen wurden. Nach dem Krieg gingen beide »Würzburg-Riesen« nach England. Erst 2004, anlässlich des 50. Jahrestages der alliierten Landung, fand zumindest ein »Würzburg-Riese« wieder den Weg hierher zurück. [3]

Als Museum ist nur der Teil »Distelfink I« zu besichtigen. Die Anlage »Distelfink II« liegt ca. 900 Meter nördlich und ist bis auf ein paar Regelbauten kaum noch zu erkennen.

Douvres-la-Délivrande wurde am 6. Juni 1944 befreit und diente dem kanadischen Generalmajor Georges Francoeur (1896-???) als Hauptquartier. Die kanadischen Truppen erfüllten Ihre Befehle, setzten sich an der Küste fest, eroberten den Versorgungshafen von Courseulles, errichten einen Brückenkopf und drangen ins Landesinnere bis nach Creully vor. Dort schlossen Sie sich den britischen Truppen an. An Land gingen insgesamt 24.000 Mann mit 2.000 Fahrzeugen. [1]

Museen: (Musée du radar, Centre Juno Beach)

www.douvres-la-delivrande.fr
www.junobeach.org

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, [2] »Historical D-Day Map«, [3] Museumsbroschüre »Distelfink«

 


Der britische Landungsabschnitt »GOLD Beach« (Codename: »KING« und »JIG« [2]) erstreckte sich etwa von den Ortschaften Ver-sur-Mer bis Port-en-Bessin.

Bevor fast zeitgleich (um 7:05 Uhr) zum »JUNO Beach«, 25.000 britische Soldaten der »50th Infantry Division« und der »8th Panzerdivision« an Land gehen, bereiten dreizehn Zerstörer der alliierten Flottenverbände den Sektor mit massiven Beschuss zur Landung vor. Unter dem Befehl von General Douglas Alexander Henry Graham (1893-1971) lautet Ihr Auftrag, sich an den Steilwänden von Arromanches-les-Bains festzusetzen und schnellstmöglich die Stadt Bayeux zu sichern. Nach der Landung werden 413 gefallene oder vermisste Soldaten beklagt. [1], [2]

Von der Anhöhe über der Stadt Arromanches bietet sich dem Betrachter ein atemberaubendes Bild über den »GOLD Beach«, welcher mit Fotos nicht annähernd wiedergegeben werden kann. Wer dort oben einmal gestanden und das Panorama auf sich hat wirken lassen, der dürfte meine Begeisterung teilen. Bilder können eben doch nicht alles!

Am Strand von Arromanches liegen seit über sechzig Jahren die Reste der künstlichen Hafenanlagen (»MULBERRY B« [B=Britain]), auch »Port Winston« genannt. Es sind »Phönix-Senkkästen« und »Betonschwimmer«. Diese Überreste ermöglichen es uns noch heute, die Geschichte des »D-Days« auf besondere Art begreifbar werden zu lassen. Es sind stille Zeugen eines der wichtigsten Kapitel unserer Geschichte. Weiter draußen, auf offener See, liegen ebenso zurückgelassene »Senkkästen« und »Betonschwimmer«.
Über diesen künstlichen Hafen »Port Winston« in Arromanches gingen, nachdem der amerikanische Hafen (»MULBERRY A[merika]«) in Vierville vom Sturm zerstört worden war, am 12. Juni 1944 rund 300.000 Mann, 54.000 Fahrzeuge und 104.000 Tonnen Material an Land. Die 115 montierten »Phönix-Senkkästen« bildeten eine künstliche Reede von 16 Kilometer Länge.
Während der hunderttägigen Nutzung landeten an dem künstlichen Hafen 2.500.000 Soldaten, 500.00 Fahrzeuge und 4.000.000 Tonnen Material. Mehr als in den großen Häfen von Cherbourg und Le Havre.
Gegen deutsche Luftangriffe schützten den Hafen 150 Flugabwehr Geschütze (»Flak«) und eine Ballonbarriere.
Zur Verteidigung dieses Landungsstrandes hatten die Deutschen westlich von Ver-sur-Mer einen Gefechtsstand mit vier sowjetischen 144mm Geschützen und bei La Mare Fontaine Bunker mit vier tschechischen 105mm Geschützen errichtet. [1]

Museen: (Museum in Arromanches, Museum in Bayeux)

www.goldbeachmusee.fr
www.arromanches-museum.com
www.arromanches360.com
www.mairie-bayeux.fr

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle:
»Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, [2] »Historical D-Day Map«


Der komplette Landungsabschnitt/Sektor »OMAHA Beach« (Codenamen: »CHARLIE«, »DOG«, »EASY«, »FOX« [2]) war der 1. US-Amerikanische Sektor und stand somit unter dem Befehl der US-Armee. Unterteilt in die Abschnitte »CHARLIE«, »DOG GREEN/WHITE/RED«, »EASY GREEN/RED« und »FOX GREEN/RED«. Dieser Abschnitt befand sich zwischen St. Honorine-des-Pertes und Isigny-sur-Mer.

Zwischen »FOX« und »CHARLIE« gingen die »1st Infantry Division« (»The Big Red One«), die »29th Infantry Division«, die »2nd Infantry Division«, Spezial-Pionierbataillone und die »2nd Rangers« um 6:30 Uhr an Land. Ihre Aufgabe bestand darin, sich an dem 6,5 Kilometer langen Strand mit seinen 30 Meter hohen Felswänden festzusetzen. Da sich die Strände zwischen Colleville und Vierville am besten zur Landung eigneten, wurden diese auch von der Deutschen Wehrmacht sehr stark befestigt. Zahlreiche Kasematten mit Panzerabwehrkanonen (»PAK«), 75mm und 88mm Geschützen, Minenfelder und MG-Stellungen wurden angelegt. Der Befehlshaber der »1. US-Armee«, Omar Nelson Bradley (1893-1981), überwacht die Landung vom Admiralitätsschiff »Augusta«. Als um 6:30 Uhr die ersten Einheiten durchnässt, seekrank und durchgefroren an Land gingen, trafen sie auf ein unaufhörliches Kreuzfeuer aus MGs und Mörsern. An diesem ersten Tag gingen am Sektor »Omaha Beach« 34.250 Soldaten an Land, 2.000 Soldaten fielen oder werden als »missing in action« beklagt. [1], [2]

Im Kriegslogbuch des »116th Regiments« steht Folgendes geschrieben: »Der Feind hatte den geeigneten Zeitpunkt abgewartet. Unsere Boote wurden alle auf einmal ins Kreuzfeuer der Automatikwaffen genommen. Die Männer, die sich instinktiv ins Wasser warfen, um sich in Deckung zu bringen, gingen wie Steine unter. Alles geriet durcheinander...«
Der US-amerikanische Stab hatte die Hinweise ignoriert, dass sich in diesem Sektor die »352. Infanterie-Division« der Deutschen Wehrmacht aufhielt um Truppenübungen abzuhalten. Dieser Umstand verstärkte die Abwehrkraft der Deutschen auf das Doppeltes. Eine Stunde nach der ersten Landung kam der Angriff ins stocken. Der »Omaha Beach« entwickelte sich zum »Bloody Omaha«.
Gegen 7:30 Uhr bestätigte das »5th Armeekorps«: »Unsere Sturmeinheiten schmelzen sichtlich dahin. Unsere Verluste sind sehr hoch. Der feindliche Beschuss hindert uns daran, uns am Ufer festzusetzen.«
Es sollte aber noch katastrophaler kommen. Gegen 9:00 Uhr war die Lage so dramatisch, dass General Bradley (Commander Officer der Sektoren »Utah Beach« und »Omaha Beach«) den Abbruch der Landungsoperation in Betracht zog. Oberst George A. Taylor (1899-1969) stellte gar fest: »Es befinden sich zwei Sorten Individuen am Strand! Jene, die tot sind und jene, die sterben werden!«
Erst als die Flottenverbände mit elf Zerstörern die Stellungen der Deutschen Wehrmacht erneut unter starken Beschuss nahmen, kamen die US-amerikanischen Truppen an den Stränden voran. Allein dieser Strandabschnitt kostete rund 3.000 Soldaten das Leben. Angesichts des massiven Beschuss durch elf Zerstörer und mehrere tausend Tonnen von Fliegerbomben, grenzt der Befehl »Stellung halten« an ein Himmelfahrtskommando.
Paradoxerweise verlieh man diesem Strandabschnitt den Codename »EASY«. Dieser Strand war aber alles andere als EASY!
Man berichtet, dass ein Feldwebel seinen Soldaten zugerufen haben soll: »Los, wollt Ihr hier bleiben, um Euch umbringen zu lassen oder wollt Ihr aufstehen und versuchen, nicht umgebracht zu werden?«
Das Dorf St.-Laurent-sur-Mer wird um ein Uhr Mittags befreit. Hier entstand auch die erste Landepiste der Amerikaner. Unweit des Ortes Les Moulins errichteten die Amerikaner in einem Bunker das erste Hauptquartier.
Der Strand (Sektor) von Vierville-sur-Mer (»DOG GREEN/WHITE/RED«) war der mörderischste von »Omaha Beach«. Alle Lastkähne sanken und die Panzer gerieten in die Schusslinie der Geschütze von Point de la Percée. Von den 180 Soldaten der »A-Kompanie« waren nur noch ein Drittel kampffähig, alle Offiziere waren tot. Dennoch wird das Dorf gegen 11 Uhr befreit. Auch der hier angelegte künstliche Hafen »Mulberry A[merica]«, der zwischen dem 19. und 22. Juni 1944 beim Sturm zerstört wurde, musste aufgegeben werden. 800 Schiffe liefen hier auf Grund. Den Truppen ging die Versorgung aus, dennoch konnten an dem künstlichen Hafen 600.000 Mann und 104.000 Fahrzeuge an Land gehen.
Zahlreiche Gefallene wurden zunächst einfach vor Ort im Sand bestattet, bevor man ihre Leichen schließlich am 19. Juni 1944 auf den Friedhof von Colleville-sur-Mer verlegte. [1]

Das Schloss am Rande von Vierville-sur-Mer diente den Amerikanern vom 8. bis 21. Juni 1944 als Hauptquartier. [3]

Museen: (Museum in Les Moulins, Museum der »1st Infantry Division« in Cantigny, »Overlord Museum« in Colleville, Museum zu Ehren des »2nd Ranger Bataillon«)

www.musee-memorial-omaha.com
www.firstdivisionmuseum.org
www.overlordmuseum.com
www.maisybattery.com
www.grandcamp-maisy.fr/musee-des-rangers

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011«, [2] »Historical D-Day Map«, [3] Museumsbroschüre »Memorial Museum Omaha Beach«


Der »UTAH Beach« war der 2. US-amerikanische Sektor. Dieser Sektor war der 5. und »ungefährlichste« aller Landungsstrände, obwohl er von sieben schweren Batterien (u. a. Crisbeq 210mm und Azeville 105mm) verteidigt wurde. Um die Kampfkraft dieser Batterien auszuhebeln, wurde der Sektor durch britische und US-amerikanische Luftangriffe und durch massiven Beschuss der Marine (acht Zerstörer) für die Landungsoperation »sturmreif geschossen«.
Gegen 2:00 Uhr näherten sich etwa 1000 Schiffe mit 30.000 Soldaten und 3.500 Fahrzeugen an Bord den Stränden der Ostküste. Um 6:30 Uhr begann das »7th Armeekorps« (mit der »4th«, »9th, »79th« und »90th Infantry Division«) mit der Landung. Beide Einheiten sollten sich, so der Plan, gegen Mitternacht mit den beiden Luftlandetruppen (»101st« & »82nd Airborne Division«) in der Gegend von St.-Mére-Eglise treffen. Die »101st Airborne Division« sollte die Gegend zwischen dem Strand und St.-Mére-Eglise einnehmen. Die Aufgabe der »82nd Airborne Division« bestand darin,  den Ort selbst und diverse Brücke in der Gegend zu übernehmen. Um den Landungsabschnitt zu schützen, sollten sich US-amerikanische Fallschirmspringer möglichst schnell in den Dünen festsetzen, damit sich die Truppen vom »Omaha Beach« mit den Truppen hier vereinigen konnten. Gemeinsam ging es um die Befreiung des 50 Kilometer entfernten Ortes Cherbourg.
Am Strand selbst sind »nur« 200 gefallene Soldaten zu beklagen. Dieser Sektor erhielt darüber hinaus im »Overlord-Plan« noch eine weitere Bedeutung. Für den Fall, dass an allen anderen vier Sektoren die Landungen missglückten, war er sozusagen als »Ersatz-Sektor« für alle anderen Landeoperationen vorgesehen.
Am Abend des 6. Juni 1944 hatten die US-Amerikaner dann 23.500 Soldaten, 1.700 Fahrzeuge und 1.800 Tonnen Material sicher an Land gebracht. Bedingt durch den schwachen Ausbau der Verteidigungsanlagen, erhielt Generalleutnant Bradley (1893-1981) am 6. Juni 1944 gegen Mittag die Meldung: »Strände gesäubert, Straßen im Bau, nur geringer Widerstand«. Die US-Amerikaner brachten hier zwischen Juni und November 1944 vier Divisionen (836.000 Mann), 220.000 Fahrzeuge und 725.000 Tonnen Material an Land. [1], [2]

Als 15.000 Fallschirmspringer der »101th« und »82th Airborne Division« westlich von St.-Mére-Eglise gegen 1:00 Uhr in der Nacht mit ihren Absprüngen über dem Zielgebiet begannen, ahnte niemand, dass nur rund 6.000 Soldaten nach der Landung kampffähig bleiben würden. Unzählige werden abgetrieben, andere ertranken.
Immerhin gelingt es dreiviertel der Springer der »101th« auf einem überschaubaren Gelände zu landen. Allerdings wurde das Gelände um St.-Mére-Eglise von der »91. Luftwaffendivision verteidigt und so dauert es bis 4:30 Uhr bis der Ort von den Amerikaner besetzt war.
Der Soldat John Steele blieb, zusammen mit seinem Kameraden Ken Russell, mit dem Fallschirm am Kirchenturm von St.-Mére-Eglise hängen und wurde, von deutschen Soldaten unter Beschuss genommen, aber nur leicht verletzt.
Am Kirchturm »John Steele Church« hängt heute eine Puppe mit Fallschirm, in Erinnerung an den tragischen Zwischenfall des Soldaten John Steele (1912-1969 von der »82nd Airborne Division«).
Der »weiße« Fallschirm hat heute natürlich nur symbolisch gemeint. Damals waren die Fallschirme dunkelgrün. Zudem soll der Platz an dem er heute hängt, nicht der Originalplatz sein. Man soll Ihn dort aus touristischen Gründen »hingehangen« haben. Ursprüpnglich blieb Soldat John Steele (laut Wiki) wohl an der Nordseite des Turms hängen. [1]

Die Angaben seiner Befreiung sind wiedersprüchlich. Einerseits wird berichtet, er geriet in deutsche Gefangenschaft, andererseits heißt es aber auch, er sei von seinen Kameraden gerettet worden.

In diesem Sektor beginnen auch die Meilensteine der »Befreiungsstraße«, die symbolisch den Weg der US-amerikanischen Streitkräfte bis Bastogne (Belgien) folgen. [1]

Ein Monument direkt an der Straße von La Madeleine nach St. Marie-du-Mont, ehrt die 800 dänischen Seeleute, die an der Landungsoperation teilgenommen hatten.

Museen: (Musée Airborne, Musée du débarquement Utah Beach, Centre historique des Parachutistes US du Jour J, Musée de la batterie de Crisbecq, Batterie d'Azeville, Mémorial de la Liberté Retrouvée)

www.musee-airborne.com
www.utah-beach.com
www.paratrooper-museum.org
www.batterie-marcouf.com
www.patrimoine.manche.fr/batterie-azeville-N.asp#.UmWKf_IoKtQ
www.memorial-quineville.com

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, [2] »Historical D-Day Map«


»Batterie de Merville«

Die zweite Aufgabe im Vorfeld der Landung galt der Ausschaltung bzw. Neutralisation der »Batterie de Merville«. Diese befand sich nur 2,5 Kilometer von der Küste entfernt, in der Nähe der Ortschaft Merville. Die Führung der Alliierten ging davon aus, dass die Batterie mit den vier 100mm Geschützen (10 km Reichweite) tschechischer Bauart, die Landung am Sektor »SWORD« erheblich beeinträchtigen können. Daher nahmen alliierte Kreuzer die Batterie unter Beschuss, bevor Fallschirmjäger des »9th Bataillon« der »6th Airborne Division« unter Befehl von Lt. Colonel Terence Otway (1914-2006) gegen 1:00 Uhr morgens per Lastensegler im Umkreis der Batterie abgesetzt wurden.
Nachdem etwa nur ein Viertel der Fallschirmjäger die Batterie erreicht und beim Angriff die Hälfte der restlichen Soldaten ihr Leben verloren hatten, nahmen Kreuzer die Batterie bis zur endgültigen Vernichtung erneut unter Beschuss. Der Ort selbst blieb hart umkämpft.

Die »Batterie de Merville« wurde von der »Organisation Todt« konstruiert und gebaut. Die Bauphase dauerte von März bis Mai 1944. Die Personalstärke betrug 130 Mann, darunter 80 Schützen. Die Batterie verfügte über vier große Kasematten (1x100mm) mit je einer offenen 360°-Feldstellung. Reichweite der Geschütze: zehn Kilometer. Zur Verteidigung gegen Luftangriffe wurde eine kleine Flak-Stellung (20mm) vorgehalten. Die Bautypen: Kasematte N° 1 (Regelbau »H 611«), Kasematten N° 2-4 (Regelbau »H 669«). Umgeben war die Batterie von einem dicht angelegten Minengürtel und großen Stacheldrahthindernissen. Kommandant der Batterie war Leutnant Steiner. [1]

Alle Kasematten, offenen Feldstellungen und sonstigen Regelbauten sind in Französisch und Englisch beschildert. Somit ist ein informativer Alleingang gewährleistet. In Kasematte N° 1 findet in regelmäßigen Abständen eine kleine akustisch-visuelle Schilderung der damaligen Ereignisse statt. Ein gut sortierter Shop im Kassenbereich rundet den Museumsbesuch ab. Hier sind unzählige Bücher, Postkarten und diverse Mitbringsel (nicht nur die Batterie betreffend) käuflich.

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, private Notizen beim Museumsbesuch

Museum:

http://www.batterie-merville.com/?lang=en/


»La Coupole«

Dieser unterirdische Komplex (Deckname: »Schotterwerk Nordwest«), errichtet durch die »Organisation Todt«, Abt. Festungsbau (Bauvorhaben 21, »Sonderbau«) im Jahre 1944, bei Helfaut-Wizernes sollte zur Lagerung und als Abschussbasis für »V2« Raketen (»Vergeltungswaffe 2«) dienen.
Die »V2« wurden im Mittelwerk »Dora« (Thüringen) gefertigt. Die Raketen wurden mit der Eisenbahn hierher transportiert, über den gedeckten Eisenbahntunnel »Ida« angeliefert und in acht großen Stollen eingelagert. Anschließend erfolgte der Betankungsprozess. Nach Herstellung der Einsatzbereitschaft sollten die Raketen senkrecht aus dem Lager und mittels Schienen auf 2 Startplätze (Decknamen: »Gretchen« und »Gustav«) gefahren werden. Die Startplätze lagen unmittelbar vor der Kuppel. Durch die Nichtfertigstellung der Anlage verließ keine einzige Rakete je diese Startplätze.
Ein Luftangriff am 30. Juni 1944 mit »Tallboy« Bomben konnten dem komplex keine schwerwiegenden Schäden zu fügen. Die Kuppel überstand den Angriff auf Grund ihrer Materialstärke unbeschadet. Für die damalige Waffenwirkung waren die 5,5 Meter Deckenstärke einfach zu viel.   

Im Museum (in der Kuppel) sind eine »V1« und eine »V2« ausgestellt. Beide ausgestellten Flugkörper sind Originale, wie man mir auf Nachfrage versicherte, Rückgaben aus Texas.
Das Museum ist gut zu finden, kostenlose Parkplätze stehen genügend zur Verfügung. Am Einlass wird man freundlich und mehrsprachig empfangen. Die Familienkarten sind erschwinglich (21 € incl. Audioguide auf Deutsch). Den mehrsprachigen Audioguide erhält jeder Besucher kostenlos.
Den Plan in den Händen haltend, verlässt man das Empfangsgebäude, betritt das Areal und läuft dem Rundgang folgend zum ehemaligen Eisenbahntunnel. Am Ende dieses begehbaren Stollenteils befinden sich zwei Fahrstühle, mit denen man in den Kuppelbau hinauffährt.
Bis dahin läuft man gemütlich und ohne Zeitdruck durch die Stollenanlage, entlang an einigen Wartungs -und Produktionsräumen zur Linken und Rechten Seite, an denen mehrsprachige Tafeln die Funktionen der Räume erklären.
An den Fahrstühlen angekommen, gibt es nur einen Weg: nach oben, direkt unter das Kuppeldach. Kaum öffnet der Fahrstuhl seine Tür, wird man von netten Guides empfangen, die sich Zeit nehmen, um Fragen rund um den Besuch im »La Coupole« zu klären. Der größte Teil der Ausstellung in der Kuppel befindet sich eine Ebene tiefer, auf Bodenniveau. Die Spannweite der Kuppel ist enorm - und sie wirkt in ihrem rauen, urtümlichen und unverputzten Zustand noch beeindruckender.
Der Rundgang beginnt am Kinosaal. Hier läuft in regelmäßigen Abständen ein Film über die Geschichte der »V2«, über Peenemünde und »Dora«. Über den Kinosaal gelangt man auf die untere Ebene des Museums. Hier reihen sich drei verschiedene Ausstellungen aneinander. Präsentiert werden viele Originalen und zahlreichen Modellen. Diese sind handwerklich sehr gut gemacht. Man merkt den hohen Anspruch, den das Museum an sich selbst stellt. Das gefiel mir besonders gut.

Wir haben für den Besuch ca. zweieinhalb Stunden gebraucht, inklusive Käffchen und Törtchen. Angeboten werden lecker Törtchen, ein sehr köstlicher Kaffee und kleine Snacks. Der Buch -und Souvenirladen ist gut gefüllt und übersichtlich sortiert.

Quelle: »Museumsbroschüre La-Coupole«, eigene Notizen während des Museumsbesuchs

Museum:

http://www.lacoupole-france.com/


»Pointe du Hoc«

Am »Pointe du Hoc«, in der Nähe der Ortschaft St. Pierre-du-Mont, befand sich der wichtigste deutsche Gefechtsstand zwischen »Omaha Beach« und »Utah Beach«. Hier, auf dem ins Meer ragenden Felsbug hatten die Deutschen, oberhalb der 30 Meter hohen Steilwände, sechs Geschütze mit je 155mm und einer Reichweite von bis zu 20 Kilometern in großen 360° Stellungen errichtet. Dadurch wurde es möglich, in alle vier  Himmelsrichtungen zu verteidigen. Durch diese exponierte Lage und der vermuteten schweren Bewaffnung wurde seitens der Alliierten davon ausgegangen, dass vom »Pointe du Hoc« eine erhebliche Gefahr für die landenden Truppen ausging. Dies stellte sich später als Irrtum heraus. [1]

Die »Organisation Todt« hatte hier 1944 mit dem Bau von mehreren Bunkern und Geschützstellungen begonnen. Die Arbeiten jedoch bis Juni 1944 nie vollständig abgeschlossen. In der Stellung wurden ca. 200 deutsche Infanteristen und Artilleristen stationiert.
Bevor das »2nd US Rangerbataillon« unter dem Befehl von Oberst James Rudder (1910-1970) diese Befestigung erobern konnte, wurde mit Unterstützung von 126 Flugzeugen, die fast 700 Tonnen Bomben abwarfen und durch den Kreuzer »Texas« der von See aus 600 Salven auf diese Gefechtsstellung schoss, »Pointe du Hoc« sturmreif geschossen. Am 6. Juni 1944, gegen 7:10 Uhr sammelten sich 225 Ranger zu Füßen der Steilwand, um den Angriff zu beginnen. Durch die immensen Luft –und Seeangriffe wurde das Gelände so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass die Ranger trotz intensiver Geländevorerkundung große Probleme hatten, sich auf dem Gelände zurechtzufinden.
Es sollte jedoch noch 48 Stunden vergehen, bevor die Stellung (mit Unterstützung durch das »116th Infantry Regiment«) am 8. Juni 1944 erobert wurde. Nach der Eroberung stellte sich heraus, dass der Angriff und die dabei gefallenen Ranger hätten vermieden werden können, denn die Geschütze waren zuvor demontiert und durch Holzattrappen ersetzt worden. Noch heute ist das gesamte Gelände in seinem ursprünglichen Zustand belassen worden und von Bombentrichtern übersät. Die Spuren der schweren Bombardierung sind deutlich zu erkennen. [1]

Die Parkplätze und das Besucherzentrum sind aufwendig gestaltet worden und sehr gepflegt. Vom Besucherparkplatz führt ein Weg zum »Pointe du Hoc«. Der Eintritt war bei unserem Besuch im Somer 2013 frei. Zahlreiche intakte und gesprengte Unterstände/Regelbauten können von den Besuchern in eigener Regie oder mit sachkundiger Führung begannen werden. Zentraler Anlaufpunkt eines jeden Besuchers ist der große Gefechtsstand mit dem ehemaligen Zieleinstellungsposten an der Spitze des Felsbugs. Ein einfacher Weg führt den Besucher hierher, wo heute ein Granitkreuz an der Stelle des Zieleinrichtungspostens steht. Am Boden ist zu lesen: »Hier ruhen die Kämpfer. Das Chaos des Kampfes hat Sie bis in alle Ewigkeit vereint«.

Seit 1979 ist das gesamte Gelände von Frankreich zum militärischen Heiligtum und Gedenkstätte der Vereinigten Staaten von Amerika erklärt.

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011


»Batterie Todt«

In der Nähe der französischen Ortschaft Audinghen (Département Pas-de-Calais) befindet sich die Geschützbatterie »Todt«. Ursprünglich wurde sie auf den Namen »Batterie Siegfried« getauft. Der Name wechselte nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Fritz Todt (geb. 1891 und bestattet auf dem ältesten Berliner Friedhof) am 8. Februar 1942 in dessen Namen.

Die Geographische Nähe zu England (nur 30 Kilometer entfernt), veranlasste die Führung der Deutschen Wehrmacht, hier im Département Pas-de-Calais die Verteidigungsanlagen und Geschützbatterien besonders massiv und dicht aufzustellen. Die deutsche Heeresführung nahm an, dass die Alliierten diese Kanalenge für Ihre Landung an den Stränden Frankreichs nutzen würden.

Die Batterie unterstand (wie alle diese Küstenbatterien) der Marine, weshalb der Kommandant auch ein Kapitänleutnant war. Anfang 1942 wurde sie in Nutzung übergeben. Die Batterie verfügte über vier 380mm Geschütze (Der Durchmesser des Geschützturms beträgt 29 Meter). Diese gewaltigen Geschütze waren in der Lage, die bis zu einer Tonne schweren Granaten 42 Kilometer weit zu feuern. Dies bedeutete, dass jede Granate ca. 12 Kilometer im Landesinneren des Vereinten Königreiches auftreffen konnte. Die Aufgabe der Batterie beschränkte sich nicht nur darauf, Salven gegen England abzufeuern; sie diente auch als Feuerschutz für Deutsche Schlachtschiffe.
Versuche der britischen »Royal Air Force«, die Batterie aus der Luft unschädlich zu machen, scheiterten an der massiven Bauweise (die Wand- und die Deckenstärke betragen 3,5 Meter). Erst die Eroberung durch die »3th Canadian Infantry« von Land her schaltete die Batterie Ende 1944 endgültig aus.

Im Außenbereich sind verschiedene Geschütze, Waffen und Gegenstände aus dem 2. Weltkrieg aufgebaut. Aus dieser Sammlung sticht besonders das von »Krupp« produzierte Eisenbahngeschütz »K5« der Marineartillerie heraus. Den Museumsbetreibern zufolge existieren heute noch zwei Geschütze, eins in den USA und dieses hier. Mit seinem Kaliber von 280mm war es in der Lage, Spezialmunition 86 Kilometer weit zu feuern (und das bis zu 15 Mal in der Stunde). Die 218 Tonnen Gesamtmasse nimmt man dem Geschütz sofort ab. 

Das Museum ist den Eintrittspreis wert. Unzählige Originale wurden zusammengetragen und in den einzelnen Räumen ausgestellt. Überall hängen Infotafeln (auch in Deutscher Sprache). In den Räumen des Museums ist das Fotografieren verboten. Im Sommer 2013 kostete eine Familienkarte 20 €. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Etwa 50 Meter weiter auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Campingplatz und dem direkt gegenüber ein kleines, aber feines Restaurant.

Die Lage der anderen drei Geschütztürme:

Turm 2:  50°50'27.25"N 01°35'59.59"E
Turm 3:  50°50'24.12"N 01°35'50.08"E
Turm 4:  50°50'22.67"N 01°35'39.87"E

Keiner der drei Türme befindet sich in einem besuchstauglichen Zustand und bürgt daher erhebliche Risiken für Leib und Leben. Daher ist von Besuchen dringend abzuraten!

http://www.batterietodt.com/


»Normandy American Cemetery«

In unmittelbarer Nähe der Ortschaft Colleville-sur-Mer befindet sich der am 8. Juni 1944 erbaute Ehrenfriedhof »Normandy American Cemetery and Memorial« für die gefallenen US-Soldaten. Er ist einer von insgesamt vierzehn US-Militärfriedhöfen des Zweiten Weltkrieges außerhalb der USA. Errichtet und betreut wird der Friedhof von der »American Battle Monuments Commission«. Diese Bundesbehörde verwaltet und pflegt weltweit 24 US-amerikanische Friedhöfe, Ehrenmale, Denkmäler und Gedenktafeln.

Eingeweiht wurde der Ehrenfriedhof 1956 durch René Coty (1882-1962), dem 17. Staatspräsidenten der Französischen Republik und durch General George C. Marshall (1880-1959). Angelegt wurde der Ehrenfriedhof oberhalb des Strandabschnittes, an dem der rechte Flügel der »1st Infantry Division« das Festland erreichte und wo sich das Schlachtfeld eröffnete, auf dem der rechte Flügel dieser Einheit kämpfte. 

Eingeweiht am 18. Juli 1956
Größe: 70 Hektar
Grabsteine: 9.387
Lateinische Kreuze: 9238
Davidsterne: 149
Vermisste Soldaten: 1557
Gräber von Brüdern: 41

Zu beiden Seiten des Hauptweges befinden sich zehn Gräberfelder. Die aufgestellten Kreuze und Davidsterne sind aus weißem Carrara (Lasa) -Marmor gefertigt.

Am Eingang zum Gräberfeld befindet sich der »Garten der Vermissten« mit einer bogenförmig angelegten Mauer, an ihr die Namen von insgesamt 1557 verschollenen Soldaten. Dahinter ragt eine sieben Meter hohe Bronzefigur in den Himmel. Sie symbolisiert die Seelen der US-amerikanischen Jugend, die aus den Wogen emporsteigt und die Inschrift trägt: »My Eyes have seen the glory of the coming of Lord« (Meine Augen haben Gottes Glorie kommen sehen).
Über eine Treppe gelangt man zu einer Aussichtsterrasse, von der man die Steilwände, »Omaha Beach« und den »Pointe du Hoc« sehen kann.
Das am 6. Juni 2007 eröffnete Interpretationszentrum soll den Mut und die Tapferkeit der an der Landung der Alliierten beteiligten Soldaten würdigen und die Besucher zum Nachdenken über die »Operation Overlord« anregen.
Unser Vorhaben, die Gräber der Niland Brüder zu finden, war trotz vorliegender Grab –und Reihennummer keine einfache Aufgabe. Das Schicksal der Niland Brüder galt als Vorlage Für Steven Spielbergs Film »Privat Ryan« (»Der Soldat James Ryan«). Schließlich wurde unsere Mühe doch noch belohnt und wir fanden beide Gräber.
Frankreich hat den USA dieses Gelände auf unbestimmte Zeit als Bestattungsort ohne Gebühr oder Versteuerung zur Nutzung überlassen. [1], [2]

Jeder Besucher sollte sich auf dem Friedhofs die Zeit nehmen, um innezuhalten und die Gedanken zuzulassen, dass es sowohl im Westen, als auch im Osten viele dieser Orte gibt, an denen die Menschen liegen, denen wir für alle Ewigkeit dankbar sein sollten! Führt dieser Gedanke uns doch vor Augen, »welch großes Opfer und Leid damals für unsere heutige Freiheit dargebracht wurde!«

Die Parkplätze waren kostenlos und ausreichend vorhanden (auch für Wohnmobile und Busse). Das Friedhofsgelände und das neue errichtete Interpretationszentrum kosteten bei unserem Besuch kein Eintritt.

Jeder, der die Möglichkeit dazu hat, sollte diesen Ort besuchen.

http://www.abmc.gov/cemeteries/cemeteries/no.php

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, [2] Informationsheft des Friedhofes


»Batterie Longues-sur-Mer« (Marine-Artillerie-Batterie)

Betrachtet man die geographische Lage, ist es nicht weiter verwunderlich, warum die Deutschen dieses Plateau für die Batterie auswählten. Von den Klippen war es dem Zielstand / Beobachtungsposten (»Regelbau 262«) der Batterie möglich, sowohl den »Gold Beach« als auch den »Omaha Beach« einzusehen. Beide Sektoren lagen im direkten Schussfeld der Batterie. Der Zielstand war den Kasematten / Geschützschartenständen 300 Meter vorgelagert und richtete mit Hilfe des Entfernungsmesser die vier 150mm Geschütze aus. Die Gegend und das weitere Umfeld würden vom 726. Grenadier Regiment« verteidigt werden.

Bevor die Batterie am 6. Juni 1944 ihr Feuer auf US-amerikanische Kriegsschiffe eröffnete, überstand sie unbeschadet drei schwere Luftangriffe (28. Mai, 3. Juni und 6. Juni).
Erst vier Kriegschiffen (der »Georges-Leygues«, der »Arkansas«, der »Ajax« und der »Montcalm«) gelang es, drei der vier Geschütze durch massiven Beschuss außer Gefecht zu setzen. Der französischen Résistance« Bewegung ist es zu verdanken, dass die Lage der Batterie enttarnt wurde. Erst dem Panzerkreuzer »Georges-Leygues« gelang es, durch zwei finale Schüsse auch den vierten Geschützschartenstand auszuschalten und somit das Ende der Batterie zu besiegeln. Am folgenden Morgen ergab sich die Besatzung.

Es ist die letzte Batterie des Atlantikwalls, wo in drei von vier Kasematten die Geschütze erhalten geblieben sind. Das führte dazu, dass die komplette Batterie unter Denkmalschutz gestellt und dem »Conservatoire du littoral« zugeordnet wurde. Zudem gibt es noch den vorgelagerten Zielstand / Beobachtungspunkt und einige Ringstellungen. Die Batterie gehört zu den besterhaltenen einer Marine-Artillerie.
Jede Kasematte / Regelbau ist ca. fünfzehn Meter lang und zehn Meter breit. Decke und Außenwände messen zwei Meter. Zur Deckung des Umfeldes verlegte man Minen, Stacheldrahtverhaue und platzierte MG-Stellungen. [1] 

Heute befindet sich im Zugangsbereich der Batterie ein Informationshäuschen mit Souvenirshop und ein kleiner Parkplatz. Der Eintritt war 2013 frei. 

www.normandiememoire.com/

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011


»Keroman I-III« (Die U-Boot Bunker der deutschen Kriegsmarine)

Die Entscheidung, nahe der Stadt Lorient einen U-Boot Bunker zu bauen, wurde von der Deutschen Kriegsmarine zügig beschlossen und im Februar 1941 realisiert. Betrachtet man die Ereignisse und die Entwicklung um die Hafenstadt Lorient während der Schlachten im Atlantik Anfang der 1940er Jahre und im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs, dann wird klar, weshalb Lorient schon sehr früh eine entscheidene strategische Rolle in den Kriegsplanungen spielte.  
Bereits im Jahre 1940 begann die Deutsche Kriegsmarine, auf Befehl des Admirals Karl Dönitz (1891-1980), in Lorient U-Boote zu basieren. Daraufhin war der Bau der Bunker nur eine logische Schlussfolgerung. Im Juni 1940 begannen rund 15.000 Arbeiter im Süden der Stadt unter der Leitung der »Organisation Todt« mit der Errichtung des größten Stützpunktes der Kriegsmarine. Errichtet wurden drei Bunker verteilt auf einer Gesamtfläche von 26 Hektar.
Der erste U-Boot Bunker, »Keroman I« wurde bereits nach 7 Monaten Bauzeit, im September 1941 in Betrieb genommen. Drei Monate später folgte die Fertigstellung von »Keroman II"«. Die Trockendockanlage arbeitete mit einer Aufschleppe. Das Docken über die Verschiebebühne und das Verbringen des U-Boots in das Trockendock dauerte nur 35 Minuten.

Ab Oktober 1941 entstand der Naßbunker »Keroman III« (LxBxH: 138x170x20 Meter), mit sieben Boxen und einer Kapazität von 13 U-Booten. Die Deckenstärke von »Keroman I« und »Keroman II« beträgt 3,50 Meter, die des Bunkers »Keroman III« gar gewaltige 7,50 Meter. Die Bunker »Keroman I« und »Keroman II« wurden schon in der 2. Jahreshälfte 1941 fertiggestellt, »Keroman III« erst im Januar 1943. Der vierte geplante U-Boot Bunker, »Keroman IV« wurde auf Grund der Kriegslage nicht mehr vollständig errichtet. Die südliche Seitenwand hat die Zeit überdauert und befindet sich an der Westseite von »Keroman I«. Die Bezeichnung »Keroman« geht auf den Namen der Halbinsel zurück, auf der sie erbaut wurden. Die Abmessungen und Nutzflächen der drei Bunker sind enorm. Die Nutzfläche beträgt in etwa 95.000 Quadratmeter. Bis zu 30 U-Boote fanden in der gesamten Anlage eine geschützte Unterbringung. Die Basis wurde im Laufe der Jahre von ca. 200 U-Booten als geschützte Unterbringung genutzt.

Im nahegelegenen Hafen, in unmittelbarer Nachbarschaft der »Keroman« U-Boot Bunker, befand sich eine Slipanlage (Aufschleppe) für zivile Schiffe. Vor der Übernahme in die militärische Nutzung wurde die Tragkraft der Anlage auf 250 Tonnen erhöht. Dies genügte nun auch für U-Boote des Typs II. Zum Zwecke der geschützten Unterbringung, wurden bis Mai 1941 zwei Dombunker (LxBxH: 81x16x25 Meter) links und rechts der Slipanlage errichtet. Die Bauart (Zeltform) der »Dombunker« sollte Fliegerbomben seitlich abgleitet lassen. Da die U-Boot Basis den Ruf der Unzerstörbarkeit genoss, verwandelten alliierte Flugzeuge nach intensiven Bombardierungen die umliegende Stadt in eine Trümmerlandschaft, um so den Betrieb der Basis zum Erliegen zu bringen. Ein Luftangriff von rund 2 Dutzend »Lancaster« Bombern mit »Tall-Boy« Bomben auf die »Keroman« Anlagen, verursachte durch einen Direkttreffer am U-Boot Bunker »Keroman III« nur eine »Beule« an dessen Deckenunterseite.  

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die U-Boot Bunker von der Französischen Marine übernommen und nach Jacques Stosskopf (1898-1944), einem französischen Marineoffizier und Festungsbauleiter der französischen Marinebasis von Lorient umbenannt. J. Stosskopf wurde 1944 im KZ Natzweiler als Widerstandskämpfer hingerichtet.
Nach langen Jahren der militärischen Nutzung wurde 1997 seitens der Stadt Lorient versucht, die Bunker wirtschaftlich und touristisch zu nutzen und sie in einen Sportboothafen mit Kulturzentrum einzubinden. Dies ist auch dringend nötig, denn es fehlt Geld, sowohl für den Erhalt, als auch für den möglichen Abriss. Das Museum im »Keroman II« hat sich glücklicherweise bereits etabliert. Hier finden täglich Führungen statt, immer um 14 Uhr auch in Englisch.
Da ich die Führung aus zeitlichen Gründen nicht nutzen konnte, besteht hier meinerseits noch Nachholebedarf.    
Mir gelang es jedoch mit viel Überredungskunst, einem ungenutzten U-Boot Bunker hinter die Tore zu blicken. Gewaltige Räume enden irgendwo im Dunkeln.

Im gegenüberliegenden KERNÉVEL wurden drei Villen zweckentfremdet und von der deutschen Kriegsmarine beschlagnahmt. Der »Befehlshaber der Deutschen U-Bootflotte« (»B. d. U.« / Admiral Karl Dönitz) hatte in einer der drei Villen sein Hauptquartier für die »Atlantikschlacht« errichten lassen.
Neben der Villa »Kerillon« mit dem Hauptquartier des »B. d. U.«, gehörte noch die Villa »Margaret« und die Villa »Kerozen« zu den genutzten Gebäuden. Alle drei Villen sind in Privatbesitz. Eine Villa dient heute als Hotel. In der ehemaligen Villa »Kerillon« wohnte oder wohnt noch heute, der kommandierende Admiral des Marinehafens von Lorient. 

Weiterführende Informationen:

http://www.la-flore.fr/?mode=la_visite
http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Bunker_in_Lorient

Quellen: eigene Notizen vor Ort und die Museumsbroschüre, Zeitschrift "Waffen-Arsenal", Ausgabe-Spezial Band 15 "Deutsche U-Bootbunker Gestern und Heute"