Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - Vorbereitung und Ziele

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Normandie/Bretagne 2013 - Vorbereitung und Ziele

Im November 2012 stand es fest, es soll im Sommer 2013 eine Reise im Wohnmobil durch Frankreich sein. Die Normandie und die damit verbundene Geschichte des D-Day deckten sich mit meinem Interesse für die deutsche Geschichte. Daher bot sich diese Strecke zwangsläufig an.
Ein Wohnmobil lässt sich sehr komfortabel und auch einfach mieten. Allerdings »günstig« wird das nicht, wie erste Recherchen ergaben. Eine freundliche und kompetente Firma war aber schnell gefunden. Termin gemacht, angeschaut und unterschrieben. Die Wahl fiel auf ein »FIAT Ducato TEC/Ti 682G-Lift«.
Die Ausstattung lies keine Wünsche offen, an alles war serienmäßig gedacht: zwei Festbetten, ein weiteres großes Liftbett, WC, Dusche, 3flammen Gasherd, Kühlschrank, Gasheizung, Markise und mehr Stauraum als nötig.


Ein Ziel bzw. eine Route (hier ist ja bekanntlich der Weg das Ziel) war schnell bestimmt:

Der westlichste Punkt Frankreichs der mit dem Auto erreichbar ist, BREST (Frankreich), incl. »La Pointe du Raz«.


Für die Routenplanung kalkulierte ich vier Wochen ein. Am Ende zeigte sich, dass diese Zeit nicht zu hoch gesteckt war. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Seiten Battletours.de und Camperpoint.de. [1]

Hinterher ist man immer schlauer dachten wir und schrieben trotzdem lange Inventarlisten und versuchten im Vorfeld Fehler zu vermeiden. Die Nervosität und Vorfreude hielt sich mit dem immer näher kommenden Termin der Abfahrt die Waage.

Am 1. Juli.2013 war es nun endlich soweit, wir durften mit »unserem« Fahrzeug vom Hof des Vermieters fahren. Unser Auto konnten wir netterweise dort unterstellen. 
In die Routenplanung hatte ich für jeden Abend einen Campingplatz (CP) als Ziel festgelegt, plus ein Ersatzplatz. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dies nicht notwendig war. Einlass erhält man auch nach "Büroschluss". Die Tageskilometer pro Etappe hielt ich auf Anraten erfahrener Camper relativ gering. Sie lagen bei etwa 200 bis 250 Kilometer pro Tag. [2]

Unsere Strecke verlief wie folgt:
Berlin - Koblenz - Wezembeek-Oppem (B) - Arques (F) - Bleriot-Plage - Merville/Franceville-Plage - Vierville-sur-Mer (»Omaha Beach«) - Ravenoville (»Utah Beach«) - Plévenon/Cap Fréhel - St. Mathieu - BREST - »La Pointe du Raz« - Larmor Plage (Lorient) - Bois de Boulogne (Paris) - Fumay (F) - Knüllwald-Wallenstein (D) - Berlin

Als »Wegpunkte« waren eingeplant:
Das »Grenzmuseum Schifflersgrund« bei Asbach-Sickenberg (D)
Sightseeing in Brüssel (Manneken pis, Atomium usw.)
Das Museum »La Coupole« bei Helfaut (F)
Die Einfahrten des Eurotunnels bei Calais (F)
Das Museum »Batterie Todt« bei Audinghen (F)
Das Museumshaus am »0« Meridian bei St. Vaast-en-Auge (F)
Die »Batterie Merville« bei Merville-Franceville (F)
Die »Pegasus Brücke« bei Benouville (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, etc.) entlang des »SWORD Beach«
Das Museum »Distelfink I« bei Douvres-la-Délivrande (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, etc.) entlang des »JUNO Beach«
Der Strand am »GOLD Beach« mit Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, Phönix-Senkkästen, etc.)
Die »Batterie Longues« bei Longues-sur-Mer (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Les Braves, Panzer) entlang des »OMAHA Beach«
Das Museum »Memorial D’ OMAHA Beach«
Den »Normandy American Cemetery and Memorial« bei Colleville-sur-Mer (Gräber der Niland Brüder [Vorlage für S. Spielbergs »Der Soldat James Ryan«] und das Grab von Theodore Roosevelt Jr. [1887-1944], ältester Sohn von Teddy Roosevelt)
Das »D-Day Museum« bei Vierville-sur-Mer (F)
Der »Pointe du Hoc« bei Le Bavent (F)
Die Gedenktafeln, Memorials und Monumente (Panzer, etc.) entlang des »UTAH Beach«
Die »John Steele Church« in St.-Mère-Église (F)
Der »Le Mont St. Michel« (UNESCO Weltkulturerbe) in Le Mont St. Michel (F)
Der Leuchturm von Cap Fréhel (F)
Die Rosa Granitfelsenküste bei Trégastel (F)
Das »Cap St. Mathieu« bei Plougonvelin (F)
Sightseeing in Brest (U-Boot Bunker, Festung)
Der »La Pointe du Raz« bei Plogoff (F)
Das Hauptquartier des Befehlshabers.der U-Boote (B.d.U.) und U-Boot Bunker »Keroman I, II, III« in Lorient (F)
Das Schloss von Versailles
Sightseeing in Paris
»Disneyland« Paris
Das Führerhauptquartier (FHQ) »Wolfsschlucht II« bei Margival (F)
Das FHQ »Wolfsschlucht I« (Museum) bei Brûly-de-Pesche (B)

Im Laufe der Zeit wurden wir, nach dem Eintreffen auf dem jeweiligen Campingplatz, von Tag zu Tag immer besser. Immer wieder kehrende Handgriffe wurden zur Routine und zu vertrauten Tätigkeiten: das Parken und Ausrichten des Wohnmobils, den Strom anlegen, Verbraucher umschalten, Markise, Stühle / Tisch raustragen, Duschen gehen und Kaffee machen. Planloses werkeln gehörte schnell der Vergangenheit an und so wuchs die Famili zu einem eingespielten Reiseteam zusammen. Uns überkam ein gewisser Stolz, bedenkt man die Tatsache, dass es unsere erste Reise als Camper in einem Wohnmobil war.

Gesamtkilometer dieser Route: 4463 Kilometer
Gesamtfahrzeit: 76 Stunden und zehn Minuten

Am Ende bleibt ein wunderbares Resümee. Wir haben jede Minute unserer Reise genossen. Worum ging es uns? Um Individualität, um die Freiheit, um die Strecke und die Orte auf dem Weg zum Ziel, unserem Ziel: Brest. Morgens in der Natur unser Frühstück zu genießen, viele nette Menschen kennenzulernen,  Losfahren wann es UNS passte, Pause zu machen wann immer UNS danach war, Städte und Orte zu besuchen die WIR sehen wollen, um das ankommen wann WIR es wollten und um das Erleben von Geschichte zum Anfassen. Das war eine einzigartige Erfahrung.
Wir hatten den Mut, diese Art der Urlaubsreise zu wagen, nahmen Strapazen auf uns und wurden schließlich mit der Gewissheit belohnt: »Die Mühe war es wert!«

Als Einführung in die Geschichte der Landungsstrände am Tage der Invasion diente -uns die deutsche Ausgabe des Buches: »Die Strände der alliierten Landung« von Yves Lecouturier und Isabelle Bournier. [3]  Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich nicht alle Ereignisse der »Operation Overload« bis ins kleinste Detail wiedergeben kann. Hierzu verweise ich auf die vorhandende Literatur bzw. auf die einschlägigen Internetseiten zu diesem Thema.

Quellen: [1] www.battletours.de, http://www.dday-overlord.com/, http://www.atlantikwall.mynetcologne.de/Atlantikwall/Frankreich/index.html, www.Camperpoint.de, [2] nützliche Hinweise bei www.Camperpoint.de, [3] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011