Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - Pointe du Hoc

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Normandie/Bretagne 2013 - Pointe du Hoc

»Pointe du Hoc«

Am »Pointe du Hoc«, in der Nähe der Ortschaft St. Pierre-du-Mont, befand sich der wichtigste deutsche Gefechtsstand zwischen »Omaha Beach« und »Utah Beach«. Hier, auf dem ins Meer ragenden Felsbug hatten die Deutschen, oberhalb der 30 Meter hohen Steilwände, sechs Geschütze mit je 155mm und einer Reichweite von bis zu 20 Kilometern in großen 360° Stellungen errichtet. Dadurch wurde es möglich, in alle vier  Himmelsrichtungen zu verteidigen. Durch diese exponierte Lage und der vermuteten schweren Bewaffnung wurde seitens der Alliierten davon ausgegangen, dass vom »Pointe du Hoc« eine erhebliche Gefahr für die landenden Truppen ausging. Dies stellte sich später als Irrtum heraus. [1]

Die »Organisation Todt« hatte hier 1944 mit dem Bau von mehreren Bunkern und Geschützstellungen begonnen. Die Arbeiten jedoch bis Juni 1944 nie vollständig abgeschlossen. In der Stellung wurden ca. 200 deutsche Infanteristen und Artilleristen stationiert.
Bevor das »2nd US Rangerbataillon« unter dem Befehl von Oberst James Rudder (1910-1970) diese Befestigung erobern konnte, wurde mit Unterstützung von 126 Flugzeugen, die fast 700 Tonnen Bomben abwarfen und durch den Kreuzer »Texas« der von See aus 600 Salven auf diese Gefechtsstellung schoss, »Pointe du Hoc« sturmreif geschossen. Am 6. Juni 1944, gegen 7:10 Uhr sammelten sich 225 Ranger zu Füßen der Steilwand, um den Angriff zu beginnen. Durch die immensen Luft –und Seeangriffe wurde das Gelände so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass die Ranger trotz intensiver Geländevorerkundung große Probleme hatten, sich auf dem Gelände zurechtzufinden.
Es sollte jedoch noch 48 Stunden vergehen, bevor die Stellung (mit Unterstützung durch das »116th Infantry Regiment«) am 8. Juni 1944 erobert wurde. Nach der Eroberung stellte sich heraus, dass der Angriff und die dabei gefallenen Ranger hätten vermieden werden können, denn die Geschütze waren zuvor demontiert und durch Holzattrappen ersetzt worden. Noch heute ist das gesamte Gelände in seinem ursprünglichen Zustand belassen worden und von Bombentrichtern übersät. Die Spuren der schweren Bombardierung sind deutlich zu erkennen. [1]

Die Parkplätze und das Besucherzentrum sind aufwendig gestaltet worden und sehr gepflegt. Vom Besucherparkplatz führt ein Weg zum »Pointe du Hoc«. Der Eintritt war bei unserem Besuch im Somer 2013 frei. Zahlreiche intakte und gesprengte Unterstände/Regelbauten können von den Besuchern in eigener Regie oder mit sachkundiger Führung begannen werden. Zentraler Anlaufpunkt eines jeden Besuchers ist der große Gefechtsstand mit dem ehemaligen Zieleinstellungsposten an der Spitze des Felsbugs. Ein einfacher Weg führt den Besucher hierher, wo heute ein Granitkreuz an der Stelle des Zieleinrichtungspostens steht. Am Boden ist zu lesen: »Hier ruhen die Kämpfer. Das Chaos des Kampfes hat Sie bis in alle Ewigkeit vereint«.

Seit 1979 ist das gesamte Gelände von Frankreich zum militärischen Heiligtum und Gedenkstätte der Vereinigten Staaten von Amerika erklärt.

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011