Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - Batterie Todt

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Normandie/Bretagne 2013 - Batterie Todt

»Batterie Todt«

In der Nähe der französischen Ortschaft Audinghen (Département Pas-de-Calais) befindet sich die Geschützbatterie »Todt«. Ursprünglich wurde sie auf den Namen »Batterie Siegfried« getauft. Der Name wechselte nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Fritz Todt (geb. 1891 und bestattet auf dem ältesten Berliner Friedhof) am 8. Februar 1942 in dessen Namen.

Die Geographische Nähe zu England (nur 30 Kilometer entfernt), veranlasste die Führung der Deutschen Wehrmacht, hier im Département Pas-de-Calais die Verteidigungsanlagen und Geschützbatterien besonders massiv und dicht aufzustellen. Die deutsche Heeresführung nahm an, dass die Alliierten diese Kanalenge für Ihre Landung an den Stränden Frankreichs nutzen würden.

Die Batterie unterstand (wie alle diese Küstenbatterien) der Marine, weshalb der Kommandant auch ein Kapitänleutnant war. Anfang 1942 wurde sie in Nutzung übergeben. Die Batterie verfügte über vier 380mm Geschütze (Der Durchmesser des Geschützturms beträgt 29 Meter). Diese gewaltigen Geschütze waren in der Lage, die bis zu einer Tonne schweren Granaten 42 Kilometer weit zu feuern. Dies bedeutete, dass jede Granate ca. 12 Kilometer im Landesinneren des Vereinten Königreiches auftreffen konnte. Die Aufgabe der Batterie beschränkte sich nicht nur darauf, Salven gegen England abzufeuern; sie diente auch als Feuerschutz für Deutsche Schlachtschiffe.
Versuche der britischen »Royal Air Force«, die Batterie aus der Luft unschädlich zu machen, scheiterten an der massiven Bauweise (die Wand- und die Deckenstärke betragen 3,5 Meter). Erst die Eroberung durch die »3th Canadian Infantry« von Land her schaltete die Batterie Ende 1944 endgültig aus.

Im Außenbereich sind verschiedene Geschütze, Waffen und Gegenstände aus dem 2. Weltkrieg aufgebaut. Aus dieser Sammlung sticht besonders das von »Krupp« produzierte Eisenbahngeschütz »K5« der Marineartillerie heraus. Den Museumsbetreibern zufolge existieren heute noch zwei Geschütze, eins in den USA und dieses hier. Mit seinem Kaliber von 280mm war es in der Lage, Spezialmunition 86 Kilometer weit zu feuern (und das bis zu 15 Mal in der Stunde). Die 218 Tonnen Gesamtmasse nimmt man dem Geschütz sofort ab. 

Das Museum ist den Eintrittspreis wert. Unzählige Originale wurden zusammengetragen und in den einzelnen Räumen ausgestellt. Überall hängen Infotafeln (auch in Deutscher Sprache). In den Räumen des Museums ist das Fotografieren verboten. Im Sommer 2013 kostete eine Familienkarte 20 €. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Etwa 50 Meter weiter auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Campingplatz und dem direkt gegenüber ein kleines, aber feines Restaurant.

Die Lage der anderen drei Geschütztürme:

Turm 2:  50°50'27.25"N 01°35'59.59"E
Turm 3:  50°50'24.12"N 01°35'50.08"E
Turm 4:  50°50'22.67"N 01°35'39.87"E

Keiner der drei Türme befindet sich in einem besuchstauglichen Zustand und bürgt daher erhebliche Risiken für Leib und Leben. Daher ist von Besuchen dringend abzuraten!

http://www.batterietodt.com/