Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - JUNO Beach

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Normandie/Bretagne 2013 - JUNO Beach

Der kanadische Landungsabschnitt »JUNO Beach« (Codenamen: »NAN«, »MIKE« [2]) erstreckte sich etwa von Langrune-sur-Mer bis Ver-sur-Mer, wobei die »Grenzen« der Landungsstrände von mir nicht so genau zu lokalisieren sind. Sicher wird es in den entsprechenden Archiven Unterlagen dazu geben. Diese liegen mir nicht vor, und so halte ich mich an die Angaben aus dem erwähnten Buch und einer historischen Karte, die in diversen Souvenirshops der Normandie käuflich erworben werden kann.

Am Morgen (8:00 Uhr) des 6. Juni 1944 ging am Strand von Vaux in St.-Aubin-sur-Mer die »3rd Canadian Infantry Division«, mit 15.000 Kanadiern und 9.000 Briten, unter dem Befehl von Generalmajor Rodney Frederick Leopold Keller (1900-1954) an Land. Der Befehl lautete, in Richtung Caen zu marschieren und das Flugfeld bei Carpiquet einzunehmen (ähnlich schon dem Befehl der »3rd British Infantry Division«). Die Strände dieses Sektors waren jedoch mit vielen Kasematten, schweren Geschützen und unzähligen MG-Nestern gut gesichert. Neben Hindernissen jedweder Art, sind auch über 14.000 Minen vergraben worden. Im Zuge des Ausbaus der Verteidigungslinien hatten die Spezialisten der Kriegsmarine natürlichen Gegebenheiten der Küstenlandschaft (hohe Felsen an der Küste) als Vorteil mit in den Bau einfliessen lassen. Daher wurde dieser Sektor militärisch nicht weiter ausgebaut. Direkt nach der Landung waren hier 925 gefallene oder vermisste Soldaten zu beklagen. Viele Gefallene werden direkt in Gärten der Häuser oder auf Gemeindefriedhöfen beigesetzt.
Heftige Kämpfe ziehen sich durch die Städte Langrune-sur-Mer, Saint-Aubin-sur-Mer und Bernières-sur-Mer. Viele Villen der Uferpromenade in Langrune waren von den Deutschen befestigt und mit Panzerabwehrkanonen (»PAK«) gesichert worden. Dem »48th Royal Marine Commando« ist am Strand ein Denkmal gewidmet.

In St. Aubin ging das »48th Royal Marine Commando« mit der zweiten Angriffsstaffel an Land, mit dem Befehl, Langrune einzunehmen. Der Strand von Bernières konnte nur durch ein massives Bombardement für die alliierten Truppen begehbar gemacht werden. Trotzdem mündete die Landung der kanadischen Truppen in einem »sinnflutartigen Beschuss«. [1]

Unweit der Gemeinde Douvres-la-Délivrande befindet sich das Museum der deutschen Radarstation »Distelfink I« und »Distelfink II« (Eintritt 3,50 €). Die Radarstation lag 53 ü. N. N. Daher war sie in der Lage, alle Bewegungen auf See zu erfassen. Fertiggestellt 1943, trat das »53. Luftnachrichtenregiment« schließlich hier seinen Dienst an. 1500 »Würzburg-Riesen« hatte die Firma »Telefunken« seinerzeit gebaut, davon existieren laut der Museumsbroschüre heute nur noch drei Exemplare. Ausgestattet war die Radarstation mit zwei Radargeräten vom Typ »Freya«, einem Gerät vom Typ »Wassermann« (300 Kilometer Reichweite) und zwei vom Typ »Würzburg«“. Die Objektverteidigung war gewährleistet durch Flugabwehrkanonen (»Flak«) und »PAK«. Als technische Ausstattung kamen eine Telefonanlage, ein Radiosender, ein Stromaggregat und ein Munitionslager hinzu. Die Station hielt elf Tage Belagerung durch die Alliierten stand, bevor die 238 Mann des »53. Luftnachrichtenregiment« durch Befüllen der Lüftungsschächte mit Gas zur Aufgabe gezwungen wurden. Nach dem Krieg gingen beide »Würzburg-Riesen« nach England. Erst 2004, anlässlich des 50. Jahrestages der alliierten Landung, fand zumindest ein »Würzburg-Riese« wieder den Weg hierher zurück. [3]

Als Museum ist nur der Teil »Distelfink I« zu besichtigen. Die Anlage »Distelfink II« liegt ca. 900 Meter nördlich und ist bis auf ein paar Regelbauten kaum noch zu erkennen.

Douvres-la-Délivrande wurde am 6. Juni 1944 befreit und diente dem kanadischen Generalmajor Georges Francoeur (1896-???) als Hauptquartier. Die kanadischen Truppen erfüllten Ihre Befehle, setzten sich an der Küste fest, eroberten den Versorgungshafen von Courseulles, errichten einen Brückenkopf und drangen ins Landesinnere bis nach Creully vor. Dort schlossen Sie sich den britischen Truppen an. An Land gingen insgesamt 24.000 Mann mit 2.000 Fahrzeugen. [1]

Museen: (Musée du radar, Centre Juno Beach)

www.douvres-la-delivrande.fr
www.junobeach.org

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, [2] »Historical D-Day Map«, [3] Museumsbroschüre »Distelfink«