Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - OMAHA Beach

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Normandie/Bretagne 2013 - OMAHA Beach

Der komplette Landungsabschnitt/Sektor »OMAHA Beach« (Codenamen: »CHARLIE«, »DOG«, »EASY«, »FOX« [2]) war der 1. US-Amerikanische Sektor und stand somit unter dem Befehl der US-Armee. Unterteilt in die Abschnitte »CHARLIE«, »DOG GREEN/WHITE/RED«, »EASY GREEN/RED« und »FOX GREEN/RED«. Dieser Abschnitt befand sich zwischen St. Honorine-des-Pertes und Isigny-sur-Mer.

Zwischen »FOX« und »CHARLIE« gingen die »1st Infantry Division« (»The Big Red One«), die »29th Infantry Division«, die »2nd Infantry Division«, Spezial-Pionierbataillone und die »2nd Rangers« um 6:30 Uhr an Land. Ihre Aufgabe bestand darin, sich an dem 6,5 Kilometer langen Strand mit seinen 30 Meter hohen Felswänden festzusetzen. Da sich die Strände zwischen Colleville und Vierville am besten zur Landung eigneten, wurden diese auch von der Deutschen Wehrmacht sehr stark befestigt. Zahlreiche Kasematten mit Panzerabwehrkanonen (»PAK«), 75mm und 88mm Geschützen, Minenfelder und MG-Stellungen wurden angelegt. Der Befehlshaber der »1. US-Armee«, Omar Nelson Bradley (1893-1981), überwacht die Landung vom Admiralitätsschiff »Augusta«. Als um 6:30 Uhr die ersten Einheiten durchnässt, seekrank und durchgefroren an Land gingen, trafen sie auf ein unaufhörliches Kreuzfeuer aus MGs und Mörsern. An diesem ersten Tag gingen am Sektor »Omaha Beach« 34.250 Soldaten an Land, 2.000 Soldaten fielen oder werden als »missing in action« beklagt. [1], [2]

Im Kriegslogbuch des »116th Regiments« steht Folgendes geschrieben: »Der Feind hatte den geeigneten Zeitpunkt abgewartet. Unsere Boote wurden alle auf einmal ins Kreuzfeuer der Automatikwaffen genommen. Die Männer, die sich instinktiv ins Wasser warfen, um sich in Deckung zu bringen, gingen wie Steine unter. Alles geriet durcheinander...«
Der US-amerikanische Stab hatte die Hinweise ignoriert, dass sich in diesem Sektor die »352. Infanterie-Division« der Deutschen Wehrmacht aufhielt um Truppenübungen abzuhalten. Dieser Umstand verstärkte die Abwehrkraft der Deutschen auf das Doppeltes. Eine Stunde nach der ersten Landung kam der Angriff ins stocken. Der »Omaha Beach« entwickelte sich zum »Bloody Omaha«.
Gegen 7:30 Uhr bestätigte das »5th Armeekorps«: »Unsere Sturmeinheiten schmelzen sichtlich dahin. Unsere Verluste sind sehr hoch. Der feindliche Beschuss hindert uns daran, uns am Ufer festzusetzen.«
Es sollte aber noch katastrophaler kommen. Gegen 9:00 Uhr war die Lage so dramatisch, dass General Bradley (Commander Officer der Sektoren »Utah Beach« und »Omaha Beach«) den Abbruch der Landungsoperation in Betracht zog. Oberst George A. Taylor (1899-1969) stellte gar fest: »Es befinden sich zwei Sorten Individuen am Strand! Jene, die tot sind und jene, die sterben werden!«
Erst als die Flottenverbände mit elf Zerstörern die Stellungen der Deutschen Wehrmacht erneut unter starken Beschuss nahmen, kamen die US-amerikanischen Truppen an den Stränden voran. Allein dieser Strandabschnitt kostete rund 3.000 Soldaten das Leben. Angesichts des massiven Beschuss durch elf Zerstörer und mehrere tausend Tonnen von Fliegerbomben, grenzt der Befehl »Stellung halten« an ein Himmelfahrtskommando.
Paradoxerweise verlieh man diesem Strandabschnitt den Codename »EASY«. Dieser Strand war aber alles andere als EASY!
Man berichtet, dass ein Feldwebel seinen Soldaten zugerufen haben soll: »Los, wollt Ihr hier bleiben, um Euch umbringen zu lassen oder wollt Ihr aufstehen und versuchen, nicht umgebracht zu werden?«
Das Dorf St.-Laurent-sur-Mer wird um ein Uhr Mittags befreit. Hier entstand auch die erste Landepiste der Amerikaner. Unweit des Ortes Les Moulins errichteten die Amerikaner in einem Bunker das erste Hauptquartier.
Der Strand (Sektor) von Vierville-sur-Mer (»DOG GREEN/WHITE/RED«) war der mörderischste von »Omaha Beach«. Alle Lastkähne sanken und die Panzer gerieten in die Schusslinie der Geschütze von Point de la Percée. Von den 180 Soldaten der »A-Kompanie« waren nur noch ein Drittel kampffähig, alle Offiziere waren tot. Dennoch wird das Dorf gegen 11 Uhr befreit. Auch der hier angelegte künstliche Hafen »Mulberry A[merica]«, der zwischen dem 19. und 22. Juni 1944 beim Sturm zerstört wurde, musste aufgegeben werden. 800 Schiffe liefen hier auf Grund. Den Truppen ging die Versorgung aus, dennoch konnten an dem künstlichen Hafen 600.000 Mann und 104.000 Fahrzeuge an Land gehen.
Zahlreiche Gefallene wurden zunächst einfach vor Ort im Sand bestattet, bevor man ihre Leichen schließlich am 19. Juni 1944 auf den Friedhof von Colleville-sur-Mer verlegte. [1]

Das Schloss am Rande von Vierville-sur-Mer diente den Amerikanern vom 8. bis 21. Juni 1944 als Hauptquartier. [3]

Museen: (Museum in Les Moulins, Museum der »1st Infantry Division« in Cantigny, »Overlord Museum« in Colleville, Museum zu Ehren des »2nd Ranger Bataillon«)

www.musee-memorial-omaha.com
www.firstdivisionmuseum.org
www.overlordmuseum.com
www.maisybattery.com
www.grandcamp-maisy.fr/musee-des-rangers

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011«, [2] »Historical D-Day Map«, [3] Museumsbroschüre »Memorial Museum Omaha Beach«