Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - UTAH Beach

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Normandie/Bretagne 2013 - UTAH Beach

Der »UTAH Beach« war der 2. US-amerikanische Sektor. Dieser Sektor war der 5. und »ungefährlichste« aller Landungsstrände, obwohl er von sieben schweren Batterien (u. a. Crisbeq 210mm und Azeville 105mm) verteidigt wurde. Um die Kampfkraft dieser Batterien auszuhebeln, wurde der Sektor durch britische und US-amerikanische Luftangriffe und durch massiven Beschuss der Marine (acht Zerstörer) für die Landungsoperation »sturmreif geschossen«.
Gegen 2:00 Uhr näherten sich etwa 1000 Schiffe mit 30.000 Soldaten und 3.500 Fahrzeugen an Bord den Stränden der Ostküste. Um 6:30 Uhr begann das »7th Armeekorps« (mit der »4th«, »9th, »79th« und »90th Infantry Division«) mit der Landung. Beide Einheiten sollten sich, so der Plan, gegen Mitternacht mit den beiden Luftlandetruppen (»101st« & »82nd Airborne Division«) in der Gegend von St.-Mére-Eglise treffen. Die »101st Airborne Division« sollte die Gegend zwischen dem Strand und St.-Mére-Eglise einnehmen. Die Aufgabe der »82nd Airborne Division« bestand darin,  den Ort selbst und diverse Brücke in der Gegend zu übernehmen. Um den Landungsabschnitt zu schützen, sollten sich US-amerikanische Fallschirmspringer möglichst schnell in den Dünen festsetzen, damit sich die Truppen vom »Omaha Beach« mit den Truppen hier vereinigen konnten. Gemeinsam ging es um die Befreiung des 50 Kilometer entfernten Ortes Cherbourg.
Am Strand selbst sind »nur« 200 gefallene Soldaten zu beklagen. Dieser Sektor erhielt darüber hinaus im »Overlord-Plan« noch eine weitere Bedeutung. Für den Fall, dass an allen anderen vier Sektoren die Landungen missglückten, war er sozusagen als »Ersatz-Sektor« für alle anderen Landeoperationen vorgesehen.
Am Abend des 6. Juni 1944 hatten die US-Amerikaner dann 23.500 Soldaten, 1.700 Fahrzeuge und 1.800 Tonnen Material sicher an Land gebracht. Bedingt durch den schwachen Ausbau der Verteidigungsanlagen, erhielt Generalleutnant Bradley (1893-1981) am 6. Juni 1944 gegen Mittag die Meldung: »Strände gesäubert, Straßen im Bau, nur geringer Widerstand«. Die US-Amerikaner brachten hier zwischen Juni und November 1944 vier Divisionen (836.000 Mann), 220.000 Fahrzeuge und 725.000 Tonnen Material an Land. [1], [2]

Als 15.000 Fallschirmspringer der »101th« und »82th Airborne Division« westlich von St.-Mére-Eglise gegen 1:00 Uhr in der Nacht mit ihren Absprüngen über dem Zielgebiet begannen, ahnte niemand, dass nur rund 6.000 Soldaten nach der Landung kampffähig bleiben würden. Unzählige werden abgetrieben, andere ertranken.
Immerhin gelingt es dreiviertel der Springer der »101th« auf einem überschaubaren Gelände zu landen. Allerdings wurde das Gelände um St.-Mére-Eglise von der »91. Luftwaffendivision verteidigt und so dauert es bis 4:30 Uhr bis der Ort von den Amerikaner besetzt war.
Der Soldat John Steele blieb, zusammen mit seinem Kameraden Ken Russell, mit dem Fallschirm am Kirchenturm von St.-Mére-Eglise hängen und wurde, von deutschen Soldaten unter Beschuss genommen, aber nur leicht verletzt.
Am Kirchturm »John Steele Church« hängt heute eine Puppe mit Fallschirm, in Erinnerung an den tragischen Zwischenfall des Soldaten John Steele (1912-1969 von der »82nd Airborne Division«).
Der »weiße« Fallschirm hat heute natürlich nur symbolisch gemeint. Damals waren die Fallschirme dunkelgrün. Zudem soll der Platz an dem er heute hängt, nicht der Originalplatz sein. Man soll Ihn dort aus touristischen Gründen »hingehangen« haben. Ursprüpnglich blieb Soldat John Steele (laut Wiki) wohl an der Nordseite des Turms hängen. [1]

Die Angaben seiner Befreiung sind wiedersprüchlich. Einerseits wird berichtet, er geriet in deutsche Gefangenschaft, andererseits heißt es aber auch, er sei von seinen Kameraden gerettet worden.

In diesem Sektor beginnen auch die Meilensteine der »Befreiungsstraße«, die symbolisch den Weg der US-amerikanischen Streitkräfte bis Bastogne (Belgien) folgen. [1]

Ein Monument direkt an der Straße von La Madeleine nach St. Marie-du-Mont, ehrt die 800 dänischen Seeleute, die an der Landungsoperation teilgenommen hatten.

Museen: (Musée Airborne, Musée du débarquement Utah Beach, Centre historique des Parachutistes US du Jour J, Musée de la batterie de Crisbecq, Batterie d'Azeville, Mémorial de la Liberté Retrouvée)

www.musee-airborne.com
www.utah-beach.com
www.paratrooper-museum.org
www.batterie-marcouf.com
www.patrimoine.manche.fr/batterie-azeville-N.asp#.UmWKf_IoKtQ
www.memorial-quineville.com

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, [2] »Historical D-Day Map«