Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - Batterie de Merville

Heimatgalerie

Dokumentationen zur Zeitgeschichte - damit die Wahrheit erhalten bleibt
Home Unterwegs Vor Ort gewesen Normandie/Bretagne 2013 - Batterie de Merville

Normandie/Bretagne 2013 - Batterie de Merville

»Batterie de Merville«

Die zweite Aufgabe im Vorfeld der Landung galt der Ausschaltung bzw. Neutralisation der »Batterie de Merville«. Diese befand sich nur 2,5 Kilometer von der Küste entfernt, in der Nähe der Ortschaft Merville. Die Führung der Alliierten ging davon aus, dass die Batterie mit den vier 100mm Geschützen (10 km Reichweite) tschechischer Bauart, die Landung am Sektor »SWORD« erheblich beeinträchtigen können. Daher nahmen alliierte Kreuzer die Batterie unter Beschuss, bevor Fallschirmjäger des »9th Bataillon« der »6th Airborne Division« unter Befehl von Lt. Colonel Terence Otway (1914-2006) gegen 1:00 Uhr morgens per Lastensegler im Umkreis der Batterie abgesetzt wurden.
Nachdem etwa nur ein Viertel der Fallschirmjäger die Batterie erreicht und beim Angriff die Hälfte der restlichen Soldaten ihr Leben verloren hatten, nahmen Kreuzer die Batterie bis zur endgültigen Vernichtung erneut unter Beschuss. Der Ort selbst blieb hart umkämpft.

Die »Batterie de Merville« wurde von der »Organisation Todt« konstruiert und gebaut. Die Bauphase dauerte von März bis Mai 1944. Die Personalstärke betrug 130 Mann, darunter 80 Schützen. Die Batterie verfügte über vier große Kasematten (1x100mm) mit je einer offenen 360°-Feldstellung. Reichweite der Geschütze: zehn Kilometer. Zur Verteidigung gegen Luftangriffe wurde eine kleine Flak-Stellung (20mm) vorgehalten. Die Bautypen: Kasematte N° 1 (Regelbau »H 611«), Kasematten N° 2-4 (Regelbau »H 669«). Umgeben war die Batterie von einem dicht angelegten Minengürtel und großen Stacheldrahthindernissen. Kommandant der Batterie war Leutnant Steiner. [1]

Alle Kasematten, offenen Feldstellungen und sonstigen Regelbauten sind in Französisch und Englisch beschildert. Somit ist ein informativer Alleingang gewährleistet. In Kasematte N° 1 findet in regelmäßigen Abständen eine kleine akustisch-visuelle Schilderung der damaligen Ereignisse statt. Ein gut sortierter Shop im Kassenbereich rundet den Museumsbesuch ab. Hier sind unzählige Bücher, Postkarten und diverse Mitbringsel (nicht nur die Batterie betreffend) käuflich.

Quelle: [1] Lecouturier, Yves/Bournier, Isabelle: »Die Strände der alliierten Landung«, Edition Ouest-France 2011, private Notizen beim Museumsbesuch

Museum:

http://www.batterie-merville.com/?lang=en/