Heimatgalerie - Normandie/Bretagne 2013 - La Coupole

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Normandie/Bretagne 2013 - La Coupole

»La Coupole«

Dieser unterirdische Komplex (Deckname: »Schotterwerk Nordwest«), errichtet durch die »Organisation Todt«, Abt. Festungsbau (Bauvorhaben 21, »Sonderbau«) im Jahre 1944, bei Helfaut-Wizernes sollte zur Lagerung und als Abschussbasis für »V2« Raketen (»Vergeltungswaffe 2«) dienen.
Die »V2« wurden im Mittelwerk »Dora« (Thüringen) gefertigt. Die Raketen wurden mit der Eisenbahn hierher transportiert, über den gedeckten Eisenbahntunnel »Ida« angeliefert und in acht großen Stollen eingelagert. Anschließend erfolgte der Betankungsprozess. Nach Herstellung der Einsatzbereitschaft sollten die Raketen senkrecht aus dem Lager und mittels Schienen auf 2 Startplätze (Decknamen: »Gretchen« und »Gustav«) gefahren werden. Die Startplätze lagen unmittelbar vor der Kuppel. Durch die Nichtfertigstellung der Anlage verließ keine einzige Rakete je diese Startplätze.
Ein Luftangriff am 30. Juni 1944 mit »Tallboy« Bomben konnten dem komplex keine schwerwiegenden Schäden zu fügen. Die Kuppel überstand den Angriff auf Grund ihrer Materialstärke unbeschadet. Für die damalige Waffenwirkung waren die 5,5 Meter Deckenstärke einfach zu viel.   

Im Museum (in der Kuppel) sind eine »V1« und eine »V2« ausgestellt. Beide ausgestellten Flugkörper sind Originale, wie man mir auf Nachfrage versicherte, Rückgaben aus Texas.
Das Museum ist gut zu finden, kostenlose Parkplätze stehen genügend zur Verfügung. Am Einlass wird man freundlich und mehrsprachig empfangen. Die Familienkarten sind erschwinglich (21 € incl. Audioguide auf Deutsch). Den mehrsprachigen Audioguide erhält jeder Besucher kostenlos.
Den Plan in den Händen haltend, verlässt man das Empfangsgebäude, betritt das Areal und läuft dem Rundgang folgend zum ehemaligen Eisenbahntunnel. Am Ende dieses begehbaren Stollenteils befinden sich zwei Fahrstühle, mit denen man in den Kuppelbau hinauffährt.
Bis dahin läuft man gemütlich und ohne Zeitdruck durch die Stollenanlage, entlang an einigen Wartungs -und Produktionsräumen zur Linken und Rechten Seite, an denen mehrsprachige Tafeln die Funktionen der Räume erklären.
An den Fahrstühlen angekommen, gibt es nur einen Weg: nach oben, direkt unter das Kuppeldach. Kaum öffnet der Fahrstuhl seine Tür, wird man von netten Guides empfangen, die sich Zeit nehmen, um Fragen rund um den Besuch im »La Coupole« zu klären. Der größte Teil der Ausstellung in der Kuppel befindet sich eine Ebene tiefer, auf Bodenniveau. Die Spannweite der Kuppel ist enorm - und sie wirkt in ihrem rauen, urtümlichen und unverputzten Zustand noch beeindruckender.
Der Rundgang beginnt am Kinosaal. Hier läuft in regelmäßigen Abständen ein Film über die Geschichte der »V2«, über Peenemünde und »Dora«. Über den Kinosaal gelangt man auf die untere Ebene des Museums. Hier reihen sich drei verschiedene Ausstellungen aneinander. Präsentiert werden viele Originalen und zahlreichen Modellen. Diese sind handwerklich sehr gut gemacht. Man merkt den hohen Anspruch, den das Museum an sich selbst stellt. Das gefiel mir besonders gut.

Wir haben für den Besuch ca. zweieinhalb Stunden gebraucht, inklusive Käffchen und Törtchen. Angeboten werden lecker Törtchen, ein sehr köstlicher Kaffee und kleine Snacks. Der Buch -und Souvenirladen ist gut gefüllt und übersichtlich sortiert.

Quelle: »Museumsbroschüre La-Coupole«, eigene Notizen während des Museumsbesuchs

Museum:

http://www.lacoupole-france.com/