Im Jahre 1954 erfolgte, im Zuge der Auflösung der Sowjetischen Kontrollkommission und auch der Hohen Kommission als Nachfolger der SKK, die Umbenennung der "Gruppe der sowjetischen Besatzungsstreitkräfte/Группа советских оккупационных войск в Германии" (GSBStD/ГСОВГ) in "Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland/Группа Советских войск в Германии" (GSSD/ГСВГ). Am 01. Juli 1989 vollzog sich letzlich dann die Umbennenung der GSSD in "Westgruppe der Streitkräfte/Западную группу войск" (WGS/ЗГВ).

Die Umbennenung von "GSSD" in "WGS" am 01. Juli 1989 erfolgte analog dem Vorbild der Bruderländer (Zentral [CSSR]-, Nord [Polen]- und Südgruppe [Ungarn]). Der durch die DDR vorgebrachte Hinweis, dass die Bezeichnung "GSSD" in der Frage der Existenz zweier deutscher Staaten, nicht mehr den politischen Realitäten entspricht, wurde ebenfalls von der sowjetischen Seite zugestimmt. Demnach sollte der Begriff "Deutschland" in der Bezeichnung entfallen, ebenso jeder Hinweis auf die DDR oder UdSSR. Wichtig hierbei, die Verträge mit der DDR von 1955/57 und die Völkerrechtlichen Verträge mit den 3 Westalliierten blieben davon unberührt. [2]

Die in allen denkbaren Medien weitverbreitete Bezeichnung "Westgruppe der Truppen" (WGT) beruht auf einem Übersetzungsfehler, im Sinne des Wortes, der Funktion des Trägers. Denn die in der DDR stationierte Westgruppe war eine Streitkraft, keine Truppe. Ihr Befehlshaber ein "Oberkommandierender der Streitkräfte" (zuletzt [ab 13.12.90] GO M. P. Burlakow), nicht "Oberkommandierender der Truppen". Demzufolge sollte die richtige Schreibweise/Wortwahl "WGS" (in vielen DDR Dokumenten auch "WGSS"). Ergänzend dazu, auch in offiziellen Dokumenten der DDR wurde diese Abkürzung gewählt.

Im Zusammenhang mit der aufgestellten Analyse des Nationalen Verteidigungsrat (NVR) im Jahre 1988 zum Stationierungsabkommen vom März 1957, wurde von Seiten der DDR zu den Liegenschaftsfragen hingewiesen, dass nach 1989 die Inanspruchnahme zusätzlicher Geländeflächen nur noch bei zwingender militärischer Notwendigkeit erfolgen kann. [1]

Die letztendlich (per 31.12.1987) durch die Räte der Bezirke an das Ministerium des Innern gemeldete, von der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" (GSSD), genutzte Geländefläche in der ehemaligen DDR, betrug 194.686 Hektar (ca. 1,8 % der Gesamtfläche der DDR).

Zuletzt war die GSSD/WGS mit 5 Land- und 1 Luftarmee in der DDR disloziert:

1. Gardepanzerarmee (Dresden)

2. Gardepanzerarmee (Fürstenberg)

3. Stoßarmee (Magdeburg)

8. Gardearmee (Nohra)

20. Gardearmee (Eberswalde, verließ als letzte Armee die DDR)

16. Luftarmee (Wünsdorf)

In der Zeitspanne vom Ende des 2. Weltkrieg bis zum Abzug der Truppen hatte die Sowjetunion in Ihrer Besatzungszone und der späteren DDR ca. 10.000.000 Soldaten (Wehrdienstleistende) kommen und gehen lassen. Als letztes verließen die Berlin-Brigade, die Führungs- und Fernmeldetruppen sowie 2 Panzerdivisionen aus dem Raum Magdeburg, nach einem Festakt am Ehrenmal in Berlin-Treptow (zu der übrigens kein einziger Offizier der NVA geladen wurde) im August 1994 die neuen Bundesländer. Bis zum Jahre 1994 verließen nocheinmal ca. 760.000 Militärangehörige die Bruderstaaten der ehemaligen Warschauer Vertragsstaaten.

Der Leistungsumfang der Eisenbahntransporte von 1991-1994 vermittelt mit der Anzahl der genutzten Güterwaggons einen groben Überblick über einen nie zuvor realisierten Logistikwahnsinn!

Die Summe von 7,8 Milliarden DM zahlte die Bundesrepublik Deutschland an Russland im Zuge des Abkommens vom 09. Oktober 1990 für den Bau von ca. 44.500 Wohnungen an 40 verschiedenen Standorten (Russland, Weißrussland und Ukraine) in der ehemaligen UdSSR, als es um die Frage des "wohin" mit Mensch und Material ging. An jedem der Standorte wurden je 500 bis 2000 Wohneinheiten geplant. Eine zügige, jedoch mängelfreie und kostengünstige Errichtung der Wohnungen wurde festgelegt, um den Abzug der Streitkräfte zu erleichtern oder sogar zu beschleunigen. [3] 


Des Weiteren verpflichtete sich Deutschland alle ehemaligen Liegenschaften der WGS (deren Wert 1990 mit ca. 10,5 Milliarden DM pauschal bewertet wurde, ein Fehler der uns heute teuer zustehen kommt) kostenlos zu übernehmen und für deren Sanierung zu sorgen, wobei die GSSD/WGS auch Eigeninitiative für die Rekultivierung unternahm.

Informationsstand: 18.11.2017

Geblieben sind riesige Liegenschaften und Areale die zum Teil bis heute Fragen über Ihrem Zweck aufwerfen. Viele werden nur schwer oder nie endgültig geklärt werden können.

(Quellen: Peter H. Rentsch, Buch: "Советские Войска в Германии 1945-1994", [1] Analyse z. Abk. v. 1957-Protokolle NVR, [2] BStU: MfS Abt. X 1303 / BArch, [3] BLHA Rep. 1700/57, Archiv Heimatgalerie)

"Wenn die Verhandlungen in Genf zu einer doppelten Null-Lösung führen, also zur globalen Eliminierung aller amerikanischen und sowjetischen landgestützten nuklearen Mittelstreckenraketen (LRINF und SRINF), wird die NATO-Strategie der Flexiblen Response gültig bleiben; aber die Mittel, sie zu implementieren, müssen verstärkt werden, weil sonst ein höheres Risiko entsteht, als der Westen akzeptieren sollte ... Die NATO muß sich einen angemessenen Mix adäquater und effektiver nuklearer und konventioneller Kräfte bewahren." (Auszug aus der ersten und programmatischen Rede General Galvins am 30. Juli 1987 in Brüssel nach Übernahme seiner Funktion als Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte Europa.) [3]

Die Entstehungsgeschichte und die Deutung der sowjetischen Garde (Gardetitel) findet erstmals während des Großen Vaterländischen Krieges, kurz nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, Erwähnung.

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